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Kommentar: Norisring-Rennen steigert Nürnbergs Attraktivität

Vorwürfe der Gegner des Events sind zu kurz gedacht - 11.07.2020 09:22 Uhr

Der CO2-Ausstoß des Rennwochenendes entspricht der Bilanz eines deutschen Inlandsflugs

© Foto: Sportfoto Zink


Zunächst einmal: Ich bin kein übermäßig großer Anhänger des Motorsports, auch wenn mir das einige Leserbriefschreiber in den vergangenen Monaten immer wieder einmal unterstellt haben. Dennoch habe ich vor etwas mehr als sechs Jahren die Motorsport-Berichterstattung für diese Zeitung übernommen und habe in dieser Funktion das Rennen auf dem Norisring kennen und schätzen gelernt.


Norisring: Deshalb sollte es kein "Weiter so" geben


In diesem Jahr fällt das Rennen aus, es fehlt was. Immer wieder wird der Vorwurf an den Motorsport-Club Nürnberg herangetragen, dass es sich bei der Veranstaltung um reine Umweltverschmutzung handelt. Ein weiterer Vorwurf: Das Rennen rund um die historische Steintribüne schade der (Bau-) Substanz des nationalsozialistischen Erbes und der damit verbundenen Aufarbeitung.

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Dass die Stadt im Zuge der Pandemie auch einem Geisterrennen ohne Zuschauer keine Erlaubnis erteilt hat, freut die Gegner, ein Jahr ohne Norisring ist ihnen aber noch längst nicht genug. Wer so argumentiert, macht es sich sehr einfach. Zu einfach.


Norisring: Warum sich doch einige Fans an der Steintribüne versammeln


Tatsächlich entspricht der CO2-Ausstoß des Rennwochenendes der Bilanz eines deutschen Inlandsflugs. Wer das als Gradmesser nimmt, der muss auch für ein Verbot von "Rock im Park" sein, oder zumindest dafür, dass dort keine Bands mehr auftreten, die mit dem Flieger anreisen; der muss die Klimabilanz von 17 Heimspielen des 1. FC Nürnberg (mit Zuschauern) hinterfragen und im nächsten Schritt vielleicht sogar das Klassik Open Air.

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Anziehungskraft von Nürnberg wird gesteigert

Alles Veranstaltungen übrigens, die auf dem Areal stattfinden, das den Nazis und ihrer Schreckensherrschaft als Kulisse diente. Musik, Sport, (Erinnerungs-)Kultur – all das trägt zur Anziehungskraft einer Stadt bei, die einzelnen Elemente gegeneinander auszuspielen, führt in eine argumentative Abwärtsspirale.

Einem Norisring-Rennen ohne Zuschauer eine Absage zu erteilen, war die richtige Entscheidung. Alles andere wäre unter den aktuellen Umständen nicht zu rechtfertigen gewesen. Dass an diesem Wochenende die vielen kleinen und großen motorsportbegeisterten Jungs und Mädchen nicht aus ganz Europa an den Dutzendteich reisen, darf man trotzdem traurig finden.


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