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Landtagswahl: Debora Pihan will mehr soziale Gerechtigkeit

Nürnberger Kandidatin von der Linken erlebt die Probleme in der Klinik jeden Tag hautnah mit - 28.08.2018 20:05 Uhr

Debora Pihan, 33, ist Gesundheits- und Krankenpflegerin. Die Kandidatin der Linken im Nürnberger Westen ist in Neustadt/Aisch aufgewachsen. Nach ihrer Ausbildung zog sie nach Garmisch-Partenkirchen. Seit acht Jahren lebt sie nun in ihrer Geburtsstadt Nürnberg. Pihan ist verheiratet und hat eine fünfjährige Tochter.

28.08.2018 © Foto: Edgar Pfrogner


Warum wollen Sie Politikerin werden?

Debora Pihan: Der Rechtsruck 2015 war der ausschlaggebende Punkt. Da wollte ich nicht länger zuschauen. Ich wollte zum Ausdruck bringen, dass ich nicht dieser Meinung bin. Deshalb bin ich in die Linke eingetreten. Im Lauf der Jahre hat sich gezeigt, dass es viele Schwachstellen in unserer Gesellschaft gibt, mit denen ich nicht einverstanden bin. Ich bin Gesundheits- und Krankenpflegerin und arbeite auf einer neurologischen Intensivstation. So ist auch mein politischer Schwerpunkt entstanden: der Pflegenotstand in Deutschland und in Bayern. Das ist ein Thema, das mich ganz stark bewegt. Es kann einfach jeden treffen. Jeder kann in die Situation kommen, gepflegt zu werden oder Angehörige pflegen zu müssen.

An welcher Stelle brennt es in Ihrem Stimmkreis am meisten?

Pihan: In St. Leonhard, wo ich auch selbst wohne, stehen die Themen bezahlbares Wohnen, bezahlbarer öffentlicher Personen- und Nahverkehr und Bildung im Vordergrund. Also allesamt Fragen der sozialen Gerechtigkeit.

Was würden Sie ändern, wenn Sie bayerische Ministerpräsidentin wären?

Pihan: Als Erstes würde ich den Reichtum umverteilen, um das Geld für sozialen Wohnungsbau, den öffentlichen Nahverkehr und Pflegekräfte auszugeben. Ich würde die Krankenhäuser wieder in öffentliche Hand zurückgeben. Eine bedarfsorientierte Personalbemessung ist wichtig, auch in der Altenpflege.

Debora Pihans Botschaft auf einem Post-it.

28.08.2018


Ihr Rezept gegen den Wahlkampfstress?

Pihan: Mein Beruf macht mir sehr viel Freude, auch wenn er sehr stressig ist. In der Zeit, in der ich auf der Arbeit bin, halte ich das Politische so gut es geht raus.

Freizeit, die ich habe, verbringe ich mit meiner Familie und Freunden. Wir fahren oft mit unserem alten Wohnmobil raus in die Natur und genießen die Ruhe.

Was hat Sie zuletzt in der Landespolitik am meisten geärgert?

Pihan: Das neue Polizeiaufgabengesetz hat mich sehr geärgert. Es sind so viele Tausend Menschen auf die Straße gegangen und unsere Landesregierung interessiert es überhaupt nicht. Sie prügelt das Gesetz einfach durch und möchte es zum Vorbild für ganz Deutschland machen.

 

 

Interview: JOHANNES HANDL

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