Landtagswahl: So tickt Freie-Wähler-Kandidat Marco Meier

8.10.2018, 14:57 Uhr
Sie haben diesen jungen Mann noch nie auf einem Plakat gesehen? Kein Wunder: Marco Meier hat sich für einen Wahlkampf ohne Papier und Plastik entschieden. Der 25-Jährige stammt aus Petersdorf (Landkreis Ansbach) und ist seit vier Jahren Gemeinderat in Weihenzell. Nach einem Sportmanagement-Studium bereitet der Ex-Jugendtrainer bei der SpVgg Greuther Fürth und Pressereferent gerade einen Abschluss in Wirtschaftspsychologie vor und arbeitet als Lehrbeauftragter sowie als freiberuflicher Coach.

© Foto: Heilig-Achneck Sie haben diesen jungen Mann noch nie auf einem Plakat gesehen? Kein Wunder: Marco Meier hat sich für einen Wahlkampf ohne Papier und Plastik entschieden. Der 25-Jährige stammt aus Petersdorf (Landkreis Ansbach) und ist seit vier Jahren Gemeinderat in Weihenzell. Nach einem Sportmanagement-Studium bereitet der Ex-Jugendtrainer bei der SpVgg Greuther Fürth und Pressereferent gerade einen Abschluss in Wirtschaftspsychologie vor und arbeitet als Lehrbeauftragter sowie als freiberuflicher Coach.

Herr Meier, warum wollten Sie Politiker werden?

Marco Meier: Mir ist wichtig, dass im Landtag auch jüngere Leute vertreten sind, dass es also eine gute Altersmischung gibt. Schließlich geht es (auch) um die Zukunft meiner Generation. Frischer Wind und neue Gesichter sind gefragt. Zum politischen Engagement fand ich ursprünglich durch Themen der Bildungspolitik, vor allem der Forderung nach Abschaffung der Studiengebühren und dann der für die Rückkehr zum G 9, zumindest als Option. An den Freien Wählern hat mich angesprochen, dass sie den Lobbyismus eindämmen wollen und keine Großspenden nehmen. Motiviert hat mich jetzt nicht zuletzt mein gutes Abschneiden bei den Bundestagswahlen. Da war ich schon als Direktkandidat nominiert und bekam das beste Erststimmen-Ergebnis für die Freien Wähler in Mittelfranken.

Wo brennt es in Ihrem Stimmkreis am meisten?

Meier: Viele treiben immer noch Asylfragen um, aber das als "Mutter aller Probleme" zu bezeichnen, ist für mich völlig daneben. Ich bin dafür, Integration zu stärken. Ganz oben stehen natürlich Themen wie die Schaffung von Wohnraum und von Kindergartenplätzen. Letzteres sehe ich als Pflichtaufgabe des Staates. Für den Wohnungsbau müsste unter anderem die Bodenspekulation eingedämmt oder unterbunden werden.

Wie sieht Ihr Rezept gegen Wahlkampfstress aus?

Meier: Stress machen sich viele Menschen selber. Ich bin ganz gelassen und vertraue darauf, dass den Wählerinnen und Wählern klar ist, dass eine absolute Mehrheit keinem Land guttut. Mal sehen, ob uns das die Chance verschafft, unsere Vorstellungen umzusetzen. Einen Ausgleich zum Wahlkampf finde ich hauptsächlich im Sport, mit Tennis und Radfahren und vor allem mit Fußball bei einem Bezirksligisten im Kreis Ansbach.

Was hat Sie in der Landespolitik zuletzt am meisten geärgert?

Meier: Da fallen mir zwei Sachen ein. Zum einen: Ich sehe die CSU als eine Partei mit zwei Gesichtern – einem im Bund und einem anderen im Land. Das muss ja nicht meine Sorge sein, aber das ist ein Problem für Bayern. Zweitens regt es mich auf, wenn ich sehe, wie die Mittelschule abgewertet und vernachlässigt wird. In die Hochschulen wird viel investiert, das ist im Prinzip auch gut, aber nicht, wenn es am anderen Ende an Lehrern und der Ausstattung fehlt.

Was würden Sie anpacken und ändern, wenn Sie bayerischer Ministerpräsident wären?

Meier: Mir wäre wichtig, keine Politik für Großkonzerne, sondern für die sogenannten einfachen Bürger zu machen. Konkret heißt das für mich, dass vor allem Erzieher, Pflegekräfte, auch Polizisten und Lehrer, also Leute in Berufen, die vor allem mit Menschen zu tun haben, bessergestellt werden. Dass die Ausbildung zur Erzieherin fünf Jahre dauert, davon vier Jahre ohne Verdienst, ist ein Unding. Außerdem bin ich für den Abbau von Bürokratie und ein Einwanderungsgesetz nach kanadischem oder australischem Vorbild.

Und jetzt bitte noch Ihre persönliche Botschaft auf dem gelben Post-it:

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