Lauter leise Lieder von BAP

22.7.2014, 11:41 Uhr
Ganz entspannt und abgeklärt: Wolfgang Niedecken servierte im Serenadenhof lauter leise Lieder aus vier Jahrzehnten.

Ganz entspannt und abgeklärt: Wolfgang Niedecken servierte im Serenadenhof lauter leise Lieder aus vier Jahrzehnten. © Günter Distler

Erst im März lief im Opernhaus – wie berichtet – ein Konzert unter dem Motto „BAP zieht den Stecker“, jetzt folgte die Open-Air-Zugabe mit leicht verändertem Programm. Sogar der Himmel hatte ein Einsehen, grummelte nur leise und hielt sich während der knapp drei Stunden bedeckt. Offenbar hat sich Dylan-Verehrer Wolfgang Niedecken die Bühnenbeleuchtung beim Meister abgeguckt: Große Filmscheinwerfer sorgen für warmes Gegenlicht, allerdings nicht so schummrig wie bei Dylan. Niedecken gibt an diesem Abend ganz entspannt den Geschichtenerzähler, der in aller Ruhe aus seinem reichhaltigen Werk schöpft. Neben neu arrangierten Hits serviert er mit sonorer Stimme auch eine ganze Reihe von relativ unbekannten Songs und nimmt sein Publikum mit auf eine musikalische Weltreise.

Die vorzügliche, achtköpfige Band ist mit allen Wassern gewaschen und sorgt mit vielerlei Instrumenten dafür, dass der etwas ausgeleierte Kölsch-Rock aufregend und abwechslungsreich klingt. Eigentlich genau so, wie man sich BAP schon immer mal gewünscht hat. Da klingen sogar alte Mitklatsch-Nummern wie „Kristallnaach“ oder „Verdamp lang her“ wieder nachdenklich und wunderbar differenziert. Sicherlich eines der schönsten BAP-Konzerte, die es je gab. Man darf sich schon auf „Das Märchen vom gezogenen Stecker“ freuen. So heißt das neue Live-Doppelalbum, das Ende August erscheint.

Keine Kommentare