Lehrer für Islamunterricht an Nürnbergs Schulen fehlen

22.10.2017, 05:40 Uhr
An der Frankfurter Wichern-Schule läuft der Islamunterricht bereits.

An der Frankfurter Wichern-Schule läuft der Islamunterricht bereits. © Frank Rumpenhorst/dpa

Die Zahlen zeigen: Es geht allmählich voran. An zehn Grundschulen, sechs Mittelschulen, drei Realschulen und drei Gymnasien wird Islamunterricht angeboten. Vor zwei Jahren sah die Situation anders aus. Da bestand das Angebot lediglich an sechs Grundschulen, einer Mittelschule, drei Realschulen und zwei Gymnasien. Dass es derzeit nicht ausgebaut werden kann, liegt vor allem an den fehlenden Lehrern. Der entsprechende Studiengang in Erlangen ist noch jung. Und: Eine Zusammenarbeit mit muslimischen Gruppierungen ist in Bayern nicht vorgesehen und nicht gewünscht. "Es ist gut, dass der Islamunterricht in staatlicher Verantwortung stattfindet", sagt Schulbürgermeister Gsell im Schulausschuss des Stadtrats, wo die aktuellen Zahlen vorgestellt wurden.

Wenn Islamunterricht angeboten wird, dann wird er auch gut angenommen, berichtet Manfred Hierl, der Leiter des Amts für allgemeinbildende Schulen. "Zwei Drittel der Schüler muslimischen Glaubens nehmen daran teil. Der Rest besucht den Ethikunterricht." Hierl bekräftigt außerdem, dass Islamunterricht kein islamischer Religionsunterricht sei. Die Unterrichtsinhalte wurden an der Universität Erlangen-Nürnberg erarbeitet. Darin geht es unter anderem um das Wissen über Glaubensinhalte. "Das hat Hand und Fuß", sagt Hierl und fügt hinzu: "Nie war dieses Fach so wertvoll wie heute."

1839 Schüler würden gerne Islamunterricht besuchen

An den Wirtschaftsschulen wird ebenfalls Islamunterricht abgehalten. "Die Akzeptanz ist auch dort gut", sagt Ulrich Ziegenthaler, der das Amt für berufliche Schulen leitet. "Aber es sind nicht alle Eltern davon begeistert."

Elke Leo von den Grünen betont, dass es nötig sei, vor allem an den Mittelschulen den Islamunterricht auszubauen. "Die Zahl ist bislang noch unbefriedigend." Dass nur an sechs von 23 Mittelschulen Islamunterricht angeboten wird, ist ihr deutlich zu wenig.

Stefan Kuen, der Leiter des staatlichen Schulamts in Nürnberg, das für Grund- und Mittelschulen zuständig ist, verweist auf die Ergebnisse einer Umfrage. Demnach würden 1839 Schüler gerne einen Islamunterricht besuchen. "1500 haben wir schon versorgt. Im Bereich der Grund- und Mittelschulen ist der Bedarf bald abgedeckt."

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