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Mittwoch, 02.12.2020

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Leserspenden sorgen für schöne Bescherung

Dank vielfältiger Unterstützung erreicht „Freude für alle“ ein noch besseres Ergebnis als vor einem Jahr - 23.12.2010 22:50 Uhr

Doppelte Bescherung: Mit einem Scheck über 3000 Euro für „Freude für alle“ und einer symbolischen Geschenkkiste überraschten Heidemarie Flach (re.) und Ulrike Berberich von der Firma Georg Schrepfer, einem Spezialbetrieb für Industrieverpackungen in Laufamholz, kurz vor Weihnachten die Redaktion.

23.12.2010 © Hippel


Bereits im Vorjahr war zum Vergleichsdatum ein Rekordstand von 1,604 Millionen Euro erreicht worden. Dass sich der erneut übertreffen ließ, ist all jenen Lesern zu verdanken, die kleine und größere Beträge beisteuerten. Bei rund zehn Prozent der eingegangenen Summen hatten sich die Spender gezielt für einen speziellen Fall aus der Reihe der täglichen Berichte und Reportagen entschieden. Besonders bewegt hat viele Leser zum Beispiel gleich der erste Aufruf, in dem die Aktion den dreijährigen Einar, ein Kind mit angeborenem Herzfehler, vorstellte. Auf das Porträt eines Straßenmusikers, dem Diebe das Schifferklavier entwendet hatten, boten so viele Leser ihr gut erhaltenes Instrument an, dass es für ein ganzes Akkordeon-Orchester gereicht hätte.

Als Sammler ins Zeug gelegt haben sich auch zahlreiche Gruppen wie zum Beispiel Schulklassen und Firmenbelegschaften, Vereine und einzelne Geschäftsleute. So reichten, um nur ein paar Beispiele zu nennen, bei Weihnachtsfeiern die Mitarbeiter der Autobahndirektion ebenso wie die Flamenco-Tänzerinnen in der Schule von Andrea Grüner die Gabenbüchse herum.

Rund 1000 Euro erbrachte eine Tombola bei der Firma GfE; auf dieselbe Summe kam der Modell-Auto-Club Franken bei einer Börse zum 20-jährigen Bestehen. Den süßesten Beitrag lieferten Doris Braun und Robert Seibold mit den exquisiten Pralinen von „Schokoladenmund“, die für den guten Zweck verkauft wurden.

Bereits vor dem offiziellen Auftakt hatte die Straßenbahnerkapelle der VAG der NN-Aktion buchstäblich den Marsch geblasen. Eine Steilvorlage, zumal die Unternehmensleitung den Erlös des Abends von 2155 Euro noch verdoppelte. Ein musikalisches Glanzlicht setzte — leider für viele Besucher getrübt durch den ersten Schnee-Chaos-Tag im Dezember – die Big Band der Bundeswehr bei einem Auftritt in der Meistersingerhalle.

Ob die Freude über den Rekord länger Bestand hat, muss sich allerdings noch erweisen: Das endgültige Spendenergebnis steht erst Mitte Januar fest, weil erfahrungsgemäß nach den Festtagen und dem Jahreswechsel noch viele Spenden eingehen. Der Zwischenstand zu Weihnachten stimmt immerhin zuversichtlich, dass die „Schallgrenze“ von zwei Millionen Euro wieder erreicht wird.

Dabei geht es nicht etwa um die schöne Zahl, sondern den akuten Bedarf: Auch in diesem Jahr haben die Sozialdienste im Großraum der Weihnachtsaktion mehrere Tausend Bedürftige vorgeschlagen, die aus unterschiedlichen Gründen auf eine Zuwendung angewiesen sind. Größere Beträge sind vor allem für Familien mit schwer kranken oder behinderten Kindern erforderlich, vor allem um sie bei der Anschaffung von entsprechenden Fahrzeugen zu unterstützen.

Bisher konnten 4523 Alleinstehende und Haushalte bedacht werden; damit wurden von den eingegangenen Spenden bereits 1,121 Millionen Euro weitergeleitet. Auch nach Weihnachten bleibt daher noch viel zu tun. Manche Haushalte erhalten die Unterstützung leider erst nach dem Fest.

WOLFGANG HEILIG-ACHNECK

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