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Linsen-Curry statt Schäufele mit Kloß

Erster vegan-vegetarischer Biergarten: "Gräfenberg-Zone" - 07.08.2017 08:00 Uhr

Jochen und Cora Gundelfinger führen den einzigen veganen und vegetarischen Biergarten in Franken am Gräfenberger Bahnhof. © Reinhard Schmolzi


Der ist im Bahnhofsgebäude in Gräfenberg beheimatet und längst kein Geheimtipp mehr.

Vom Jux zur Geschäftsidee: Mit ihrer "Gräfenberg-Zone" haben sich Jochen und Cora Gundelfinger einen Traum verwirklicht. Angestachelt durch die Tochter, haben die beiden schon vor Jahren ihre Ernährung komplett auf fleischlos umgestellt. "Und das wollten wir auch unseren Gästen präsentieren", sagt Gundelfinger. Zunächst ein schweres Unterfangen, denn in den oberfränkischen Wirtshäusern und Biergärten dominieren seit jeher Schäufele, Schweinebraten oder Schnitzel in allen Variationen.

"Wenn du hier als Vegetarier oder gar als Veganer auf deiner Sonntagswanderung etwas essen möchtest, landest du zumeist bei Kässpätzle, Salat oder Pommes mit Ketchup", sagt Jochen Gundelfinger, übrigens selbst Sohn eines Metzgermeisters. Dennoch wagte der 56-Jährige mit seiner ebenfalls Gastronomie-erfahrenen Frau Cora (52) ausgerechnet hier in Oberfranken den Sprung ins kalte Wasser. 2015 kauften die beiden das alte, marode Bahnhofsgebäude, sanierten es aufwendig, richteten eine behagliche Gaststube und einen Biergarten ein. Heute bieten sie rund 50 Sitzplätze außen und etwa 25 in der guten Stube an. Deren Möbel hat Cora Gundelfinger im Internet aus den Restbeständen eines alten Wirtshauses ersteigert.

Wir testen von der kleinen Speisekarte, die von aktuellen Tagesgerichten ergänzt wird, die Anti-Pasti-Platte (7,50 Euro) mit frischem, würzig mariniertem Gemüse und Salaten, dazu Tortilla-Chips mit fruchtiger Guacamole und leicht scharfer Tomatensalsa (5,80 Euro).

Danach gibt es das empfehlenswerte, sehr lecker abgeschmeckte Linsen-Kokos-Curry (6,80 Euro), zu dem ebenso wie zur Tajine, dem pikanten marokkanischen Kichererbseneintopf (ebenfalls für 6,80 Euro), Reis gereicht wird. Der wunderbare Duft und Geschmack überzeugen sogar den eingefleischten Steak- und Schnitzel-Fan.

Nicht zu verachten sind übrigens auch die selbst gebackenen veganen Kuchen und die Süßspeisen, die Cora Gundelfinger in große Gläser zaubert. "Meine Zutaten kaufe ich zu 90 Prozent hier", sagt die Köchin.

Klar gibt es hier in Oberfranken das Bier, das vor Ort gebraut wird. Die Hausmarke der Gundelfingers, "Dr. Gräfenbergs G-Punkt", wird von der Brauerei Lindenbräu abgefüllt. Und bei den vielen, in der Umgebung gebrannten Schnäpsen und Likören, die man nicht nur verkosten, sondern im kleinen Souvenirshop auch kaufen kann, kommen die Gundelfingers wieder auf ihr Motto zurück. So kommt der Himbeerlikör als "Feuchter Traum" oder der Kirschlikör als "Herbe Verführung" ins Glas.

Mehr Informationen über die "Gräfenberg-Zone" in unserer Rubrik Essen und Trinken!

Reinhard Schmolzi

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