Massenschlägerei bei Amateur-Spiel im Nürnberger Süden

16.4.2018, 16:26 Uhr
Etwa 75 Minuten verlief das Fußballspiel in Nürnberg friedlich. Dann eskalierte die Situation.

Etwa 75 Minuten verlief das Fußballspiel in Nürnberg friedlich. Dann eskalierte die Situation. © ToMa/Eberlein

Sonntagnachmittag standen sich die zweite Mannschaft des ESV Flügelrad und Vatanspor II gegenüber. Die Partie, die um 13 Uhr in Maiach angepfiffen wurde, verlief 75 Minuten weitgehend störungsfrei, beim Stand von 6:1 eskalierte die Situation aber völlig. Wegen eines Fouls zückte der Schiedsrichter eine Rote Karte. Daran entzündete sich unter Spielern, Betreuern und Fans ein massiver Streit, so skizziert es die Polizei. Doch bei Worten alleine blieb es nicht. Eine handfeste Schlägerei entwickelte sich, rund 30 Personen sollen daran beteiligt gewesen sein.

Am Sonntagnachmittag musste die Polizei zu einem Fußballspiel in den Süden Nürnbergs ausrücken. Mehrere Personen waren in einen handfesten Streit geraten.

Am Sonntagnachmittag musste die Polizei zu einem Fußballspiel in den Süden Nürnbergs ausrücken. Mehrere Personen waren in einen handfesten Streit geraten. © ToMa/Eberlein

Kurz darauf rückten alarmierte Einsatzkräfte der Polizeiinspektion Süd mit vier Streifenwagen an. Die meisten Schläger hatten sich zu diesem Zeitpunkt allerdings schon aus dem Staub gemacht. Mittlerweile ermittelte die Polizei zwei Männer (19 und 24 Jahre), die an der Prügelei maßgeblich beteiligt gewesen sein sollen. Gegen die beiden wurde wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung Anzeige erstattet. Die Hintergründe der Auseinandersetzung sind unklar. Die Ermittlungen dauern noch an.

Auch zu Fußballfunktionär Thomas Raßbach ist der Fall vorgedrungen. Er ist der Kreisspielleiter Nürnberg/Frankenhöhe und dabei, die Vorfälle zu prüfen. "Es gibt wohl auch ein Video dazu", sagt Raßbach gegenüber nordbayern-Amateure. "Ich werde jetzt keine Vorverurteilung fällen, aber wenn es sich so bewahrheitet, wie es momentan aussieht, werden wir die üblichen Maßnahmen ergreifen."

"Für einen Komplettausschluss fehlt mir Handhabe"

Immerhin, so Raßbach, habe der Schiedsrichter vor dem Abbruch noch eine Rote Karte zeigen können: "Gegen einen solchen Spieler können wir auf jeden Fall mit aller nötigen Härte vorgehen, für alle anderen gilt: In dem Moment, in dem ein Schiedsrichter abbricht, erwarte ich von ihm nicht, dass er auf dem Feld bleibt, die Szenerie beobachtet und sich Notizen macht."

Flügelrad schrieb Ende August negative Schlagzeilen - damals aber war es das Derby der ersten Mannschaft gegen Maiach, das abgebrochen wurde. "Gerade im städtischen Bereich ist es ja so, dass die Mannschaften sich teilweise sehr verändern, aber wenn ein Verein negativ auffällt, haben wir das mindestens im Hinterkopf", sagt Raßbach, der unanhängig von diesem Fall aber auch sagt: "Für einen Komplettausschluss fehlt mir generell die Handhabe. Das steht nicht in der Spielordnung."

Für Unmut sorgte der Vorfall derweil auch beim TSV Azzurri Südwest. Obwohl der Kreisklassist nichts mit den Geschehnissen im Finkenbrunn zu tun hatte, wurde er in der Folge durch eine im Netz kursierende Falschmeldung in die Sache hineingezogen. Die private Nachrichtenseite Reporter24 behauptete die Schlägerei sei bei der der Kreisklassenpartie Flügelrad gegen Azzurri passiert - doch die ersten Mannschaften beider Vereine wärmten sich gerade friedlich auf, als es ein paar Meter nebenan auf dem Feld hoch her ging.


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