Donnerstag, 21.11.2019

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Max-Morlock-Stadion: So läuft das Crowdfunding bisher

Crowdfunding startet mit einer Aktion vor dem Club-Heimspiel - 01.04.2017 12:53 Uhr

Carsten und Arthur haben ihren Beitrag für ein Max-Morlock-Stadion mit Nelly Michalis’ Hilfe geleistet. © Pfrogner


Heini Müller tut es. Isi Turgut tut es. Christian Vogel tut es - und Christian Vogels Mutter tut es auch. Die hat Nürnbergs Bürgermeister neulich 100 Euro überreicht. "Für den Max", sagt sie ihrem Sohn, der da nicht hinten anstehen will und auch zahlt. "Weil ich die Aktion spannend finde - und ich so ein T-Shirt möchte."


Max-Morlock-Stadion: Hier geht's zum Crowdfunding!


Eigentlich hat der für das Stadion zuständige Bürgermeister seinen Beitrag schon geleistet. Der Deal mit der Consorsbank steht, für drei Jahre hält das Unternehmen die Namensrechte. Welchen Namen die Bank dem Stadion gibt, das entscheiden nun - auch - die Fans. Die dürfen ihren Beitrag leisten.

Bilderstrecke zum Thema

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Max Morlock steht nicht grundlos als Denkmal in der Nordkurve des Frankenstadions. Der gebürtige Nürnberger, der mehr als 22 Jahre für seinen FCN das Trikot überstreifte und Tore am Fließband erzielte, ist als Aushängeschild des Vereins auch nach seinem Tod im kollektiven Bewusstsein der Stadt präsent. Am 11. Mai 2019 wäre Nürnbergs Größter 94 Jahre alt geworden - klicken Sie sich durch "Maxls" strahlendes Fußballer-Leben!


800.000 Euro sollen über ein Crowdfunding zusammenkommen, den Rest (2,4 Millionen Euro) übernimmt die Bank, damit der Club künftig im Max-Morlock-Stadion kickt. Genau dort haben die Macher der Aktion - die Consorsbank, zusammen mit Vertretern der Initiative "Max gemeinsam" - die Werbetrommel gerührt. Die ersten Euros wurden bereits eingesammelt. Am späten Freitagabend zeigte die Spendenuhr bereits über 31.000 Euro an - fehlen "nur" noch 769.000 Euro.

Fan-Namen auf Sitzen

Sie haben informiert und die ersten Spenden direkt vor dem Linienbus, auf dem das Ziel "Max-Morlock-Stadion" zu lesen ist, eingesammelt. Seit Freitag kann sich jeder auf der Plattform startnext.de (hier geht's zum Crowdfunding) beteiligen, 46 Tage lang. In der Zeit tingelt der Bus durch die Innenstadt, ist bei Spielen oder am Volksfest - damit auch die teilnehmen können, die nicht online sind.

Das gilt für Andreas und Sibylle eigentlich nicht, die beiden sind auch noch keine 30 Jahre alt. Aber sie haben sich auf der Fahrt aus dem Kitzinger Landkreis nach Nürnberg ohnehin schon über die Aktion unterhalten - und spenden dann spontan. 80 Euro, "denn dafür gibt’s einen Schal und ein Trikot", erklärt Sibylle. Sie ist zuversichtlich, dass das mit dem Namen klappt, "auch weil die Leute hier ja direkt angesprochen werden". Andreas will auch im Freundeskreis für das Max-Morlock-Stadion werben.

Bei Arthur, 36, und Carsten, 35, aus Coburg muss er das nicht, die haben schon 30 Euro hingelegt. Dafür gibt es ein Poster. Die beiden hätten aber auch so gespendet. "Weil das hier ist der Max-Morlock-Platz und da gehört das Morlock-Stadion hin", sagt Arthur, dessen Schal das Konterfei der Club-Legende ziert. "Und der hat’s einfach verdient." Abgegeben haben sie ihren Beitrag auf dem Tablet von Nelly Michalis.

Das Imagevideo zum Max-Morlock-Stadion sehen Sie hier:

Die hat in kurzer Zeit schon einem Dutzend Fans geholfen, die beim Crowdfunding mitmachen wollen. Und hat erklärt, dass das Geld nur fließt, wenn die Aktion Erfolg hat. Vorher gibt’s auch kein Geschenk. "Die meisten interessieren sich übrigens für den Namen auf dem Stadionsitz", sagt sie. Wer 250 Euro zuschießt, wird auf einer der Plastikschalen im Achteck verewigt.

Kritische Stimmen sind beim Start der Kampagne gestern selten. Isi Turgut weiß, wieso: "Die Chance ist riesig — und es ist die letzte", sagt das Mitglied der "Glubbszene Monaco" mit Sitz in München. Er ist einer von fünf Fan-Botschaftern bei "Max gemeinsam". Turgut macht mit, weil es kein klassisches Sponsoring sei. Dass die Fans nun mit einem Beitrag Farbe bekennen müssen, "finde ich gerade gut. Das muss Morlock wert sein."

Was Fans mit der Legende verbinden, das sagen einige Anhänger der Morlock-Initiative in einem zweieinhalbminütigen Video, das auf der startnext-Seite zu sehen ist. Einer von ihnen ist Heini Müller, der acht Jahre mit Morlock zusammengespielt hat. Morlock sei "ein Kämpfer noch und noch gewesen", der vor dem Spiel seinen lädierten Oberschenkel angesehen und gesagt habe: "Da reiben wir ein bissl — und dann geht’s weiter."

Deswegen will nun auch Heini Müller kämpfen. Damit das Stadion den Namen seines Weggefährten trägt.

Das Max-Morlock-Stadion war auch Thema in der neuen Reihe "Zwei plus zwei - der Pressetalk". Hier sehen Sie die komplette Sendung:

Timo Schickler Lokalredaktion Nürnberg E-Mail

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