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Donnerstag, 02.04.2020

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McDonald‘s: Mitarbeiter packen jetzt aus

Weiter heftige Kritik an Franchise-Nehmer von McDonald’s - 26.02.2010

McDonald‘s-Logo. Die Vorwürfe richten sich gegen einen Franchise-Nehmer der Kette. © dpa


Früher wurden die vier Filialen direkt von McDonald’s Deutschland betrieben, im April 2008 wurden sie jedoch an einen Franchise-Nehmer übergeben. In den vergangenen Wochen wandten sich mehrere Beschäftigte an die Lokalredaktion und berichteten einhellig, dass sich die Arbeitsbedingungen unter dem Subunternehmer dramatisch verschlechtert hätten.

Die Vorwürfe reichen vom öffentlichen Niederbrüllen der Mitarbeiter bis zum Unterlaufen des Tarifvertrages. Als Strafe für Krankheit werde das Weihnachtsgeld gestrichen. Der Franchise-Nehmer versuche, Verträge, in denen ein Einsatz zu einer bestimmten Tageszeit vereinbart ist, so umzuwandeln, dass die Beschäftigten rund um die Uhr abrufbereit sind.

Schichtführer dürfen demnach nicht mehr stempeln, können daher Überstunden nicht belegen. Das jeweils anwesende Personal wird nach Angaben der Beschäftigten, die teils schon seit Jahrzehnten bei der Fast-Food-Kette arbeiten, so reduziert, dass es keine Pausen mehr machen kann und dennoch die Arbeiten nicht den Vorgaben entsprechend erledigen kann. Sie beklagen zudem massiven Psycho-Druck durch den Chef. Der Druck verstärke sich dadurch, dass sich Gäste über lange Wartezeiten beschweren würden.

Mit den Vorwürfen konfrontiert, sicherte McDonald’s eine sofortige Überprüfung zu. Unternehmenssprecher Matthias Mehlen erklärte, der Franchise-Nehmer habe außerdem schriftlich versichert, alle gesetzlichen und tarifvertraglichen Pflichten eingehalten zu haben. Als Reaktion auf die Berichterstattung meldeten sich weitere Betroffene bei der Lokalredaktion. Sie zeigten sich erleichtert darüber, dass das Schweigen endlich gebrochen worden sei.

Überprüfung läuft

Die Firmenzentrale schickte ein dreiköpfiges Team nach Nürnberg, um den Mitarbeitern vertrauliche Gespräche über ihre Lage zu ermöglichen. Obwohl diese Gespräche in den Personalräumen der Restaurants stattfanden und die Betroffenen befürchteten, ihr Chef werde Namenslisten erstellen lassen, nutzten laut dem Unternehmenssprecher 15 Beschäftigte die Chance. «Es wird eine Weile dauern, bis wir die Gespräche ausgewertet haben«, so Mehlen. Parallel dazu finde eine umfassende Überprüfung der vier Restaurants statt. Der Franchise-Nehmer sei damit einverstanden.

Gudrun Bayer

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