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Mega-Projekt: Nürnberg sucht nach StUB-Haltestellen

Zweckverband fuhr mit der Straßenbahn durch die Stadt - Planung geht weiter - 10.09.2019 18:53 Uhr

Wie lernt man für die Zukunft, sprich den Bau der Haltestellen der Stadt-Umland-Bahn? Aus der Praxis. Deswegen ging es am Montagabend mit einer Straßenbahn quer durch Nürnberg. Anschauungsunterricht. © Foto: Michael Matejka


Dass die Fahrt im Norden Nürnbergs an der Haltestelle Am Wegfeld beginnt, ist kein Zufall. Zum einen startet hier die Stadt-Umland-Bahn in Richtung Erlangen. Zum anderen wurde aus Sicht der Experten beim Bau der 2016 eingeweihten Haltestelle viel richtig gemacht. Bürger können in unmittelbarer Nähe auf 83 Parkplätzen ihr Auto abstellen und gleich in Bus und Bahn einsteigen. Die Wege zwischen den verschiedenen Linien sind kurz. Es gibt zudem ein kleines Häuschen, in dem Tickets, Essen und Trinken verkauft werden. Auch an Sehbehinderte wurde gedacht. Die Haltestelle ist mit Blindenleitstreifen ausgestattet.

75 Teilnehmer begeben sich am Montagabend auf die Fahrt mit der Straßenbahn quer durch Nürnberg, um wie es Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) formuliert, einen "Blick in die Praxis" zu werfen. Sein Partei- und Amtskollege aus Erlangen, Florian Janik, sieht in der Veranstaltung eine Chance zu lernen – etwa aus Fehlern, die in der Vergangenheit gemacht wurden. Auch Vertreter der Studentenschaft, der Universität Erlangen-Nürnberg, Stadtteilbeiräte, Seniorenbeauftragte und ausgewählte Bürger sind eingeladen, Fragen zu stellen, Anregungen zu geben und Kritik zu äußern.

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Ein Bürger ist Kim Vanselow. Der Geograf aus Erlangen ist vor allem an den "planerischen Angelegenheiten" interessiert. Er selbst wird die Straßen-Umland-Bahn, die auf einer Strecke von 26 Kilometern zwischen den Städten Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach unterwegs sein wird, nicht nutzen. Seine Wege in Erlangen legt er mit dem Rad zurück: Wäre er jedoch Pendler, würde er mit der Bahn fahren.

Dass bei den Planungen des Großprojekts die Bürger einbezogen werden – es gab bereits mehrere sogenannte Dialogforen – findet Vanselow gut. Das sorge für Transparenz. "Man kann Hinweise geben." Allerdings bezweifelt er, dass der Bürger den Planer überstimmen könnte. "Die Macht, die man hat, ist begrenzt."

Genügend Platz, um sein Rad abzustellen

Eineinhalb Stunden dauert die Fahrt der Straßenbahn, die von der Haltestelle Am Wegfeld über die Holzgartenstraße, den Plärrer, Doku-Zentrum und Landgrabenstraße führt. Die Straßenbahn passiert eine Haltestelle, bei der der Fahrgast, tritt er aus der Tür, mitten auf der Straße steht. Bei der StUB soll es so etwas nicht geben.

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Beim Doku-Zentrum wurde die Haltestelle neben der Straße konstruiert. Zwischen den Gleisen wächst Rasen. Dass Gras zwischen dem Metall in die Höhe schießt, lässt sich auch bei der Straßen-Umland-Bahn verwirklichen, heißt es. Es muss jedoch beachtet werden, dass die Schiene von der Umgebung isoliert wird. Anderenfalls kann es zur Stromstreuung kommen. Der Strom greift dann die Schiene und andere Leitungen im Boden an.

Janik will genügend Radabstellplätze

Auch Angelika Lamml nimmt an der Erkundungsfahrt mit der Straßenbahn teil. Sie vertritt den Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenverband. Sie empfiehlt beim Bau von Haltestellen und auch bei der Ausstattung der Fahrzeuge visuelle Kontraste. Diese helfen Menschen mit einer Sehbeeinträchtigung etwa den Stopp-Knopf an den Haltestangen zu entdecken. Darüber hinaus sind an den Haltestellen sogenannte Bodenindikatoren wichtig, erklärt Lamml. Sie zeigen an, wo sich die erste Tür der Straßenbahn befindet. Sehbehinderte nutzen diese gern, weil sie so direkt beim Fahrer stehen. Sie können sich so erkundigen, ob sie sich in der richtigen Straßenbahn befinden.

Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik ist es auch wichtig, dass sich an den Haltestellen ausreichend Radabstellplätze befinden.

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