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Mehr Licht für jungen Wald: Alte Bäume in Zabo müssen weichen

Schonende Waldpflege: Staatsforsten setzen auf Spezial-Harvester - 20.03.2021 17:03 Uhr

Ein Baggerharvester schafft derzeit im Reichswald bei Zabo Platz für junge Bäume.

12.03.2021 © Michael Matejka, NNZ



Eine kranähnliche Maschine steht am Rande eines Forstwegs im Reichswald unterhalb des Schmausenbucks, sie fährt ihren gut zehn bis fünfzehn Meter langen Ausleger aus, zwei Metallkrallen umgreifen einen Kiefernstamm. Dann ertönt ein Sägegeräusch und der Baum wird kerzengerade nach oben gehoben. Vorsichtig bugsiert ihn Robert Frischholz in die Rückegasse. Dort entfernt seine Maschine in Sekunden die Äste und schneidet den Stamm in unterschiedlich lange Stücke. Die kleinen Äste und Nadeln bleiben auf dem Waldboden liegen – sie sind besonders nährstoffreich und dienen als natürlicher Dünger.

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Was auf den ersten Blick für Laien etwas erschreckend aussieht, ist besonders waldschonend, erklärt Forstbetriebsleiter Johannes Wurm: Mit einem sogenannten Baggerharvester werden Schäden an anderen Bäumen, die etwa durch Umstürzen entstehen können, vermieden. Auch die Rückegassen verteidigt er: "Sie sind zwar nicht unbedingt ästhetisch, aber es ist schonender, immer wieder die gleichen Linien zu befahren."


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In dem Waldstück, in dem derzeit gearbeitet wird, sind in den vergangenen 30 Jahren Eichen herangewachsen. Das ist eine Baumart, die laut Wurm besser mit höheren Temperaturen und Trockenheit zurechtkommt als heimische Nadelbäume. Auch junge Buchen und Vogelbeerbäume stehen in dem Gebiet. Zum Aufwachsen brauchen sie zunächst das Kronendach der alten Bäume, etwa um sie vor Frostschäden zu schützen. Jetzt fehlt dem Jungwald aber Licht.

Maschinenführer Robert Frischholz zeigt die Greifarme es Baggerharvesters. 

12.03.2021 © Michael Matejka, NNZ


Einen Kahlschlag gibt es aber nicht: Mindestens zehn alte Bäume pro Hektar bleiben stehen, bis sie irgendwann von selbst absterben, sagt der Forstbetriebsleiter. Das Totholz bietet dann einen Lebensraum für Tiere und andere Organismen.

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Für die Fälltechnik mit dem Baggerharvester braucht es freilich auch menschliches Know-how – in diesem Falle ist es die Erfahrung des 35-jährigen Maschinenführers Robert Frischholz. Er arbeitet in einer verglasten Kabine, mit der er wie in einem Aufzug mehrere Meter in die Höhe fährt: "Sonst seh' ich ja nichts", so der gelernte Forstwirt.
Auch der Waldboden soll geschont werden. Dafür ist der schwere Baggerharvester, der Lasten bis zu drei Tonnen heben kann, mit breiten Kettenantrieben versehen. Wir brauchen eine große Aufstandsfläche, damit sich das Gewicht besser verteilt", erklärt Frischholz.


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Auf breite Reifen setzen auch seine Kollegen Lukas Hofmann (28), Forstmaschinenführer, und Alexander Wetsch (25), Forstwirtschaftsmeister, die die gefällten Stämme mit einem Baggerkran auf einen Anhänger verladen. Das Gerät heißt in der Fachsprache Rückezug und ist mit einer 80 Zentimeter breiten Achtfachbereifung ausgestattet. Ist der Boden nach langen Regenfällen sehr aufgeweicht, zieht Forstmaschinenführer Hofmann zusätzlich Metallbänder auf. Wenn die Arbeiten beendet sind, begradigt eine weitere Maschine die Forstwege.


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40 Forstbetriebe in Bayern und einen in Österreich zählen die Bayerischen Staatsforsten. Eine eigene Serviceabteilung für Forsttechnik hat vier Baggerharvester angeschafft und verleiht sie an die jeweiligen Betriebe. Für drei Wochen ist das rund eine Million Euro teure Gerät nun zu Gast am Schmausenbuck - und erntet pro Woche rund 1000 Festmeter Holz.
Und das ist gefragt, wie Forstbetriebsleiter Johannes Wurm berichtet: "Das Holz lässt sich derzeit gut vermarkten. Ein Überangebot gibt es nur bei Schadholz", sagt er. Vor allem für die boomende Baubranche suchen Sägewerke derzeit Material.

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