Mehr Litfaßsäulen-Klos für Nürnberg sind vorerst vom Tisch

27.1.2015, 15:17 Uhr
Historische Litfaßsäulen (links) in Nürnberg und rechts werbetragende Hightech-Toiletten.

Historische Litfaßsäulen (links) in Nürnberg und rechts werbetragende Hightech-Toiletten. © Franke/JCDecaux

Der Verein fordert eine Prüfung, ob und wo in Stadtteilen außerhalb des Altstadtrings City-Toiletten installiert werden können. „Eine ausreichende Zahl öffentlicher Toiletten ist nicht nur ein Beitrag zu mehr Sauberkeit, sondern auch Bestandteil städtischer Daseinsvorsorge. Es existieren in weiteren Stadtteilen Bedarf und sicher auch geeignete Standorte“, so VNN-Vorsitzender Tobias Schmidt.

Als Beispiele nennt er aus dem Vereinsgebiet den Nordostbahnhof, das Disco-Areal in Klingenhof oder Standorte in Thon und in der Nordstadt sowie zentrale Plätzen in den Stadtteilen, zum Beispiel an den U-Bahnhöfen.

Bürgermeister reagiert verhalten auf die Vorschläge für weitere Standorte der Litfaßsäulen-WCs: "Wir sollten einen Schritt nach dem anderen machen", betont er. Die Priorität liege zunächst auf der Altstadt, wo die "Not" und die Menschenmenge am größten sei. "Wir sollten erst einmal Erfahrungen sammeln und dann über mögliche neue Standorte reden und nicht umgekehrt."

Man werde gemeinsam mit dem Betreiber der Toiletten-Säulen und mit den Bürgern vor Ort die Akzeptanz der Anlagen beobachten und dann "die nächsten Schritte ins Auge fassen". Natürlich gebe es auch Überlegungen innerhalb der Stadtverwaltung für weitere interessante und mögliche Standorte. Doch er sei, so der Bürgermeister, erst einmal froh, dass eine Lösung für die Altstadt in greifbare Nähe sei.

Im Stadtzentrum sollen mehrere als Litfaßsäulen getarnte öffentliche Toiletten aufgestellt werden. Schon bald soll mit dem Bau eines WCs in der Königsstraße begonnen werden, 50 Cent soll der Toilettengang dort dann kosten.

Die Nürnberger "Klo-Aktivisten" begrüßen die Aufstellung der neuen Toilettensäulen. Hier hat beharrliches Bürgerbegehren zum Erfolg geführt", kommentiert der Sprecher der Aktivisten, Jürgen Endreß, die neue Entwicklung. Er erinnert daran, dass sie bereits vor 18 Monaten solche Toiletten-Litfaßsäulen angeregt hatten und auch aus dem Stadtrat ähnliche Vorschläge kamen.

Bei der Platzierung der sechs Säulen wünschen sich die Kloaktivisten auch einen Standort an der Fleischbrücke. So könnten Touristen und Nachtschwärmer erfasst werden, die aus dem Burgviertel kommen, heißt es in einem Brief der Aktivisten an Bürgermeister Vogel. "Kein Nachtgogerer aus dem Burgviertel und der Weißgerbergasse wird die 200 Meter zum Obstmarkt laufen", glaubt Endreß. Er wünscht sich, dass die neuen Standorte für die WC-Säulen nach Fertigstellung in einem Flyer veröffentlicht werden.



Endreß verweist aber auch, wie Tobias Schmidt vom Vorstadtverein Nürnberg Nord, dass es Bedarf auch in anderen Stadtteilen für öffentliche Toiletten gebe. Bürger aus den Stadtteilen St. Johannis, Schweinau, Eibach und Langwasser hätten sich bei den Aktivisten gemeldet. Das Toiletten-Problem treffe eben nicht nur auf die Altstadt zu, sondern auf die Gesamtstadt. Endreß verspricht Vogel, dass die Aktivisten auch hier nicht locken lassen werden.

Der VNN-Vorsitzende Tobias Schmidt will das Thema auch auf die Agenda der kommenden Bürgervereinsrunde bei OB Ulrich Maly im April setzen und bittet die Bürger aus dem Vereinsgebiet (von Thon über Schnepfenreuth, Buch, Almoshof und Lohe über Ziegelstein, Nordostbahnhof, Schoppershof und die Nordstadt) um Vorschläge für Standorte bis zum 2. März.

Der Artikel wurde am 27. Januar um die Reaktionen von Bürgermeister Christian Vogel und der "Nürnberger Klo-Aktivisten" ergänzt, die Redaktion.

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