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Millionen-Investition: Ausbau der TH Nürnberg ist gesichert

Die 300 Millionen Euro vom Freistaat machen viele Projekte möglich - 12.07.2018 05:30 Uhr

Insgesamt hat man an der TH einen zusätzlichen Flächenbedarf von 30.000 Quadratmetern errechnet. © Bischof & Broel


300 Millionen Euro, das klingt im ersten Moment nach wenig – im Vergleich zu den Millardensummen, die für die Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg und die neu zu bauende Technische Universität in Nürnberg ausgerufen sind.

Aber es gilt, die Größenverhältnisse zu berücksichtigen: Die FAU hat ungefähr doppelt so viele Professoren wie die TH, etwa dreimal so viele Studierende – und vor allem eine weitaus höhere Zahl von Gebäuden, die zum Teil älter und somit sanierungsbedürftiger sind als diejenigen der TH. Alles in allem kann die TH also mit dem Geldsegen aus München zufrieden sein – zumal es jetzt nicht mehr nur eine vage Hoffnung darauf gibt, sondern eine klare Zusage der Staatsregierung. 

Mit der aktuellen Zahl von knapp 13.000 Studierenden ist die räumliche und personelle Kapazität der TH längst überschritten. Für viele Studiengänge gibt es Zulassungsbeschränkungen oder Eignungsfeststellungsverfahren. "Wir haben dringenden Bedarf an zusätzlichen Flächen, um Wachstumsoptionen in Lehre und Weiterbildung nutzen zu können", stellt TH-Präsident Prof. Michael Braun fest. Gleiches gilt für die angewandte Forschung und Entwicklung. 

Insgesamt hat man an der TH einen zusätzlichen Flächenbedarf von 30.000 Quadratmetern errechnet. Wichtigstes Kriterium der räumlichen Erweiterung ist dabei die möglichst unmittelbare Nähe zu bereits bestehenden Standorten. Der Hauptcampus der Hochschule liegt zwischen Bahnhofstraße und Wöhrder Wiese. Dort ist bereits ein neues Informationszentrum mit Bibliothek und Rechenzentrum im Bau, mit dem vor der aktuellen Entwicklung begonnen wurde.

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Ein zweiter TH-Campus hat sich auf dem ehemaligen Firmen-Areal von AEG im Nürnberger Westen entwickelt. Dort ist die TH an den Forschungsverbünden Energie Campus Nürnberg (EnCN) und Nuremberg Campus of Technologie (NCT) beteiligt. Gerade für Wissenschaftler aus diesen Verbünden, aber auch für weitere Forschungsgruppen soll in unmittelbarer Nähe ein flexibel nutzbares "Technikum" mit multifunktionalen Laborflächen entstehen. Geplant ist ein Gebäudekomplex mit knapp 6000 Quadratmetern. 


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Außer für das "Technikum" gibt es Pläne für zwei weitere Neubauten der TH. Sie betreffen zum einen ein "Zentrum für Medien, Kommunikation und IT", zum anderen ein "Zentrum für Metall- und Polymerforschung".
Ersteres soll die Lehr- und Forschungsgebiete Informatik, Design und Multimedia sowie alle weiteren medien- und kommunikationsaffinen Studiengänge der TH unter einem Dach vereinen. Thematisch soll die digitale Transformation von Lebens- und Arbeitsbereichen im Mittelpunkt stehen.

Stammgelände am Keßlerplatz sanierungsbedürftig

Im zweiten Fall geht es zum die Zusammenführung der Labore und Anlagen der Fakultäten Werkstofftechnik, Maschinenbau/Versorgungstechnik und Angewandte Chemie. Momentan sind diese Flächen über mehrere Standorte verteilt – oder sie existieren in der notwendigen Form noch gar nicht. 

Neben den ganzen Neubauplänen wird die TH auch eine ganze Menge Geld für Sanierungen auf dem und rund um das Stammgelände am Keßlerplatz brauchen. Die denkmalgeschützten Villen am Prinzregentenufer beispielsweise sind in einem baulich desolaten Zustand was Brandschutz, Statik, Fassade, Kanal oder Sanitärräume betrifft.

Ähnlich marode zeigt die Tiefgarage an der Wassertorstraße, die erst 1989 gebaut wurde. Nach Angaben der TH müssten Stützen und Wände sowie die Zufahrtsrampe "ertüchtigt" werden, ansonsten droht die Schließung.

Lothar Hoja

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