Mit Kopftuch im Iran: Shitstorm über Dagmar Wöhrl

26.1.2015, 17:12 Uhr
Dieses Foto war der Auslöser für die vielen Schmähungen: Dagmar Wöhrl (rechts) und Claudia Roth bei ihrem Besuch im Iran — mit Kopftuch.

© Büro Wöhrl Dieses Foto war der Auslöser für die vielen Schmähungen: Dagmar Wöhrl (rechts) und Claudia Roth bei ihrem Besuch im Iran — mit Kopftuch.

Anlass der Hasswelle ist ein von Wöhrl auf Facebook gepostetes Foto. Es zeigt sie mit ihrer Bundestagskollegin, der früheren Grünen-Chefin Claudia Roth beim Besuch im Iran. Beide Frauen tragen ein Kopftuch.

Seit der Veröffentlichung des Bildes können sich Roth und Wöhrl vor beleidigenden Kommentaren nicht retten. "Bleib’ am besten dort, du Miststück" ist im Netz zu lesen. Genauso wie "Aufhängen!" oder IS solle sich um die Frauen kümmern.

Dagmar Wöhrl reagiert bestürzt auf die Welle des Hasses, die ihr entgegen schlägt. "Als aktive Politikerin bin ich inzwischen den einen oder anderen Shitstorm gewohnt und ich muss auch sagen, dass mich derart undifferenzierte Kommentare wenig treffen oder gar beleidigen."

Was sie jetzt erlebt, "hat jedoch eine andere Dimension. Wenn Menschen mir wünschen, ich solle ,geköpft, massenvergewaltigt oder ausgepeitscht‘ werden, hat das nichts mehr mit freier Meinungsäußerung zu tun. Hier bewegen wir uns im strafrechtlichen Bereich." 

Wöhrl kam im Iran unter anderem auf die Situation des im Iran inhaftierten Nürnberger Menschenrechtspreisträgers Abdolfattah Soltani zu sprechen. Sie setze sich seit vielen Jahren für seine Freilassung ein, sagt die Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Sie habe in den Gesprächen mit dem iranischen Botschafter in Berlin aber nicht das Gefühl gehabt, viel erreichen zu können.

"Nun hat sich die Möglichkeit ergeben, dass ich direkt vor Ort im Iran dieses Thema ansprechen kann und diese Chance wollte ich nicht ungenützt lassen. Dadurch war es möglich, dass das Schicksal von Soltani wieder einmal Erwähnung in der iranischen Öffentlichkeit gefunden hat."

Hier geht's zum Post  von Dagmar Wöhrl.

 

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