Mode-Accessoire Nummer eins: Die Basecap ist zurück

1.10.2018, 15:12 Uhr
Rosi, Chefin des

Rosi, Chefin des "Snipes"-Stores, präsentiert Basecaps. Besonders gefragt: Damenmodelle in den passenden Farben. © Giulia Iannicelli

Lange Zeit waren Baseball-Kappen verpönt in der Modebranche. Das war vor allem dem Klischee zu verdanken, dass nur ältere Männer, die jünger aussehen wollen, eine Basecap tragen. Seit diesem Sommer sind die Caps aber (wieder) fester Bestandteil der angesagtesten Outfits. Das liegt auch an Stars wie Rihanna oder Cara Delevingne, die sich mit dem stylischen Kopfschmuck immer wieder auf ihren Social-Media-Kanälen sehen lassen. Und so für die Wiedergeburt einer einstigen, fast vergessenen Modeperle sorgen.

Die Baseball-Cap, kurz Basecap, stammt aus Amerika und wurde ursprünglich, wie der Name schon sagt, beim Baseball getragen. So konnten die einzelnen Spieler einer Mannschaft zugeordnet werden. Und viel wichtiger: Beim Werfen des Balles konnten die Spieler ihr Gesicht verdecken, damit der Gegner die Wurfrichtung nicht erkennen konnte.

Aufwertung für das Outfit

Doch bereits in den 90er Jahren wurden die Caps mit dem gebogenen Schirm zweckentfremdet und als Straßenkleidung getragen. Und das auch nicht, um sich vor der Sonne zu schützen, sondern einzig und allein, weil sie als cool galten. Der Trend war für Männer und Frauen gleichermaßen von Bedeutung. Wer jung war und "in" sein wollte, der besaß eine Kappe. Meistens war darauf das Logo eines Baseball-Teams oder einer angesagten Modemarke zu sehen. Mit der Zeit wurde es allerdings still um die Kultmützen, die bereits weitgehend von der Bildfläche verschwunden waren. Bis jetzt.

"Die Baseball-Caps sind diesen Sommer der absolute Renner", weiß Samira. Die 23-Jährige arbeitet im "Snipes" in der Breiten Gasse. Sie ist bestens informiert über die aktuellen Trends aus der Modewelt, zu denen zweifelsohne auch die Mützen mit dem gebogenen Schirm gehören. In ihrer Freizeit trägt sie selbst gerne Basecaps, verrät Samira. "Am besten kombiniert man die Caps mit einem sportlichen Outfit. Man kann sie aber eigentlich zu jeder Kleidung tragen", sagt die Expertin. Auf die Frage, warum die Käppis gerade jetzt ihre Wiederauferstehung feiern, kann die Verkäuferin keine Antwort geben. "Aber sie sorgen einfach dafür, dass ein Outfit cooler aussieht", meint sie.

Engere Schnitte für Damen

Besonders Frauen finden immer mehr Gefallen an den stylischen Kopfbedeckungen, um beispielsweise einen Bad-Hair-Day zu überbrücken. Dafür gibt es jetzt sogar spezielle Damenmodelle. "Damit die Caps auf den Köpfen der Frauen nicht zu groß und unförmig wirken, sind die Damenmodelle enger geschnitten und haben einen etwas schmaleren Schirm", erklärt Samira.

Ursprünglich wurde die Baseball-Cap verwendet, um die Augen des Werfers zu verdecken, damit der Gegner die jeweilige Wurftechnik nicht erahnt. Ein Zweck den sie auch heute noch erfüllt — wie man etwa bei Max Scherzer von den Washington Nationals im Spiel gegen die St. Louis Cardinals sieht. Mittlerweile ist sie aber auch ein stylisches Mode-Accessoire für den Alltag geworden.

Ursprünglich wurde die Baseball-Cap verwendet, um die Augen des Werfers zu verdecken, damit der Gegner die jeweilige Wurftechnik nicht erahnt. Ein Zweck den sie auch heute noch erfüllt — wie man etwa bei Max Scherzer von den Washington Nationals im Spiel gegen die St. Louis Cardinals sieht. Mittlerweile ist sie aber auch ein stylisches Mode-Accessoire für den Alltag geworden. © Mitchell Layton/afp

Mittlerweile sind die coolen Käppies wieder zu einem Dauerbegleiter der jüngeren Generation geworden. Getragen werden sie nach wie vor im Retro-Style mit eher schlichten Farben. Logos von bekannten Baseball-Teams wie den New York Yankees oder den Los Angeles Dodgers sind genauso populär wie früher. Aber auch ausgefallenere Modelle mit Lederelementen, wilden Mustern oder Statement-Sprüchen werden immer beliebter.

Ein wahrer Cap-Spezialist ist auch Andi. Der Unternehmer betreibt einen eigenen Laden mit dem Namen "Caps" in der Jakobstraße. Dort hat er, wie der Name schon verrät, ein großes Sortiment an Caps und anderen Kopfbedeckungen. Andi ist der Meinung, dass die Basecap das universale Modell der Kappen ist und deshalb zu jedem Anlass getragen werden kann. "Sogar zu einer Hochzeit habe ich einem Paar mal Caps im Partnerlook verkauft", lacht er. "Jeder Trend kommt irgendwann mal wieder, aktuell sind es eben die Baseball-Caps", sagt der Ladenbesitzer.

Yankees gehen immer

Auch er merkt, dass vor allem Mädchen und junge Frauen sehr stark zu den "Curved Caps" tendieren, also zu den Basecaps mit dem gebogenen Schirm. Als Bestseller hat er eine schwarze Cap mit dem Logo der New York Yankees ausgemacht. "Mit den Yankees kann mittlerweile jeder was anfangen und in Schwarz ist die Mütze einfach am besten und mit allem kombinierbar", erklärt er.

Ganz egal, ob man eher den Retro-Look oder die extravagantere Variante bevorzugt, angesagt ist es auf jeden Fall, den Schirm nach vorne zu tragen. Wer sich dem widersetzt, der läuft Gefahr, einen Stilbruch zu begehen. Dann kann die Cap schnell unpassend wirken. Und das Outfit nicht mehr cool, sondern schräg.

Stichwort "schräg". Früher war es ja auch mal "in", die Mützen schräg zu tragen. Die Rückkehr dieses "schrägen" Trends bleibt uns aber hoffentlich erspart.

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