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Moritz Gärtner will sich beim SV Schwaig etablieren

Als Kind hat er seinem Vater beim Volleyball zugeschaut, jetzt spielt er 2. Liga - 29.10.2020 14:35 Uhr

„Es zählt jeder Ballkontakt“: Moritz Gärtner sieht seinen Wechsel zum SV Schwaig als nächsten Schritt in seiner Karriere als Volleyballer.

26.10.2020 © Foto. Daniel Marr/Zink


Der Luftballon war immer dabei. Schon als kleiner Junge verbrachte Moritz Gärtner viel Zeit in Turnhallen – was nicht überrascht, wenn der Vater auf gehobenem Niveau Volleyball spielt. "Ich habe ihm immer zugeschaut", erinnert sich Gärtner. Doch er wollte nicht nur dabei sein und gucken, er wollte auch selbst spielen. Die Bälle waren anfangs allerdings noch zu groß und zu hart für den kleinen Moritz. Also gaben ihm seine Eltern einen Luftballon, den er überall in Schwaben mit hin nahm.

Selbst mit seiner Uroma spielte er schon als kleines Kind Volleyball, schmetterte den Luftballon durch den Garten und jubelte über Punkte. Das frühe Training zahlte sich aus, auch als die Bälle und Gegner immer größer wurden, blieb der Erfolg. Über Königsbrunn und Bobingen, zwei Klubs aus dem Landkreis Augsburg, zog es Moritz Gärtner zum MTV München, wo er bereits mit 17 Jahren in der 3. Liga spielen durfte.

Unerwartete Perspektive

Seine Sache machte er offenbar gut, denn schon nach einem Jahr musste er das Trikot wieder wechseln. Nach dem Abitur ging er zu den Alpenvolleys Haching, mit deren zweiter Mannschaft er die vergangene Saison in der zweiten Bundesliga verbrachte – wo er auch auf den SV Schwaig traf. Seine Zukunft hatte Moritz Gärtner da noch nicht geplant, er wollte erstmal ein Jahr lang Volleyball spielen und sich in Ruhe überlegen, was er studieren könnte. Doch nach dem sportlichen Vergleich mit den Schwaigern tat sich unerwartet eine Perspektive auf.

"Yannick Klement kam damals auf mich zu und hat mich gefragt, ob ich es mir vorstellen könnte, in Schwaig zu spielen", erinnert sich Gärtner. Den Schwaiger Libero kannte er bereits vom Beachvolleyball, ein paar Monate später meldeten sich dann auch die Verantwortlichen des SVS um Abteilungsleiter Hans-Peter Ehrbar bei ihm. Die Gesprächen seien sehr gut verlaufen, sagt Gärtner – vor drei Monaten ist er deshalb von München nach Nürnberg gezogen.

WG mit Beach-Partner

Zusammen mit Philipp Küchenhoff, der im Sommer ebenfalls nach Schwaig gewechselt ist, wohnt er in der Altstadt, das WG-Leben ist ein äußerst unkompliziertes. Die beiden Talente kennen sich schon länger, weil sie gemeinsam durch den Sand hechten und beim Beachvolleyball um Punkte kämpfen.

Fünfmal pro Woche fahren sie nach Schwaig, um an sich und ihren Schwächen zu feilen, in den vergangenen Monaten kam Trainer Milan Maric sogar an einem Vormittag in die Halle, um mit seinen beiden neuen Schützlingen zu arbeiten. Der 58-Jährige war auch einer der Gründe, warum sich Moritz Gärtner für den Wechsel nach Franken entschieden hat. "Mein Vater kannte ihn und er hat als Trainer einen sehr guten Namen", sagt Gärtner, "die Voraussetzungen in Schwaig sind sehr gut."

Neuerdings Student

Aus diesen Voraussetzungen machten die Schwaiger an den ersten drei Spieltagen auch sehr viel, doch drei Siegen folgten zuletzt zwei Niederlagen und ein hart erkämpfter Erfolg gegen Friedrichshafen. Am Samstag schauten die Baden Volleys aus Karlsruhe vorbei – und gewannen mit 3:1. Der SVS bleibt damit zwar Vierter, allerdings punktgleich mit dem Achten. "In den nächsten Spielen wären Punkte mal wieder ganz schön", sagt Moritz Gärtner.

Wieviel er mithelfen darf, wird sich weisen, denn in Nikola Scerbakov haben die Schwaiger im Sommer auch einen 25-jährigen Kroaten verpflichtet, mit dem sich Gärtner den Platz als Zuspieler teilt. "Er hat natürlich mehr Erfahrung", sagt Moritz Gärtner, der aber trotzdem schon einige Minuten auf dem Feld verbracht hat. "Es zählt jeder Ballkontakt", sagt er, spätestens in der Rückrunde will er dann auch noch mehr spielen, um sich in der zweiten Bundesliga etablieren zu können.

Am Montag hat für ihn außerdem ein neuer Lebensabschnitt begonnen. An der Technischen Hochschule studiert der 19-Jährige jetzt Wirtschaftsinformatik – neue Leute wird er dabei aber erst einmal nicht kennenlernen. Die meisten Vorlesungen finden online statt.

MICHAEL FISCHER

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