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Müllberge bei Rock im Park: Veranstalter fordert Umdenken bei Besuchern

Verantwortliche wollen in Zukunft vor allem auf Prävention setzen - 12.06.2019 20:04 Uhr

Dass das Festivalgelände am Dutzendteich nach drei Tagen Rock im Park einer Müllhalde gleicht, ist nicht nur Anwohnern und Spaziergängern ein Dorn im Auge. © Claudia Urbasek, NZ


Die Diskussionen rund um Rock im Park ebben nicht ab: Nach Eichenprozessionsspinner und Klo-Chaos sorgen drei Tage nach Festivalende die Hinterlassenschaften der Festivalbesucher weiterhin für Aufruhr. Am Mittwoch sahen sich nun sowohl Veranstalter Argo als auch die Stadt Nürnberg zu konkreten Aussagen genötigt, wie man das Problem in Zukunft in den Griff bekommen wolle. Ganz oben steht dabei das Thema "Nachhaltigkeit", sagten Nürnbergs Bürgermeister Christian Vogel (SPD) sowie eine Vertreterin in der Argo-Geschäftsführerin am Mittwoch. Was das genau heißen soll, war am Mittwoch von der Stadt nicht mehr zu erfahren - bei Argo setzt man vor allem auf Einsicht bei den Gästen selbst.

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Flaschen, Dosen, Klappstühle: Rock im Park wird zur Unrat-Sammelstelle

Das große Finale von Rock im Park steht erst noch bevor, doch schon jetzt stapeln sich die Müllberge zwischen den Zelten und auf den Wegen zu den Bühnen. Neben unzähligen Bierdosen, Flaschen und Essensresten haben auch etliche Zelte und Klappstühle das Wochenende nicht überlebt. 300 Tonnen Müll fallen pro Jahr auf dem Festival an. Unsere Reporter haben sich auf dem Gelände umgesehen!


Eine Sprecherin erklärte, man wolle die Besucher in Zukunft schon im Vorfeld verstärkt für die Thematik sensibilisieren. Dabei gehe es vor allem um die teilweise in einwandfreiem Zustand zurückgelassenen Zelte, Campingstühle und Pavillons, die "das Negativbild einer Wegwerfgesellschaft" vor Augen führten, wie Argo-Sprecherin Carolin Hilzinger sagt. Dieses "Sperrgut" sei der Löwenanteil der unliebsamen Hinterlassenschaften.

"In den Müllbergen liegen oft originalverpackte Sachen. Die Leute haben offenbar zu viel Geld", kommentierte einer der Baggerführer, die bei den Aufräumarbeiten vor Ort waren. Bei Argo denkt man nun darüber nach, Kooperationen mit bestehenden Projekten rund um die Müllvermeidung einzugehen und die Leute im Vorfeld verstärkt auf die Problematik hinzuweisen. Konkrete Pläne gebe es aber noch nicht.

Weiterhin kein Müllpfand geplant

Die Wiedereinführung eines Müllpfands, das 2018 abgeschafft wurde, sei nicht geplant. Es habe "nicht den gewünschten Effekt gebracht", Besuchern gegen ein Pflicht-Pfand von fünf Euro Säcke auszuhändigen, die dann am Ende des Festivals gefüllt zurückgebracht werden müssen, um das Geld zurückzuerhalten. "Das wurde in relativ geringem Maß angenommen", man habe viel Aufwand für wenig Resonanz gehabt, rechtfertigt Hilzinger die Entscheidung. Manche Besucher hätten das Prinzip sogar ins Gegenteil verkehrt: "Ich räum doch meinen Müll nicht weg, wenn ich dafür Geld gezahlt habe", hieß es in Kommentaren.

Von vermüllt zu aufgeräumt: So groß der Aufräum-Effekt bei Rock im Park

© Nassir Bakshi

© Claudia Urbasek

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Nachher

Stellenweise haben sich Bagger und Aufräumtrupps inzwischen soweit durch die Berge auf den Flächen rund um den Dutzendteich gearbeitet, dass einige Areale wieder frei sind. Argo kündigte an, dass das gesamte Gelände bis Freitag komplett gereinigt sein solle. Im letzten Jahr hatten Verzögerungen bei den Aufräumarbeiten für Unmut gesorgt.

Petition gewinnt an Unterstützern

Pressesprecherin Hilzinger betont, wie viel Argo daran liege, dass alle Beteiligten zufrieden seien - auch und vor allem mit der Müllsituation. Währenddessen manifestiert sich an anderer Stelle der Unmut zahlreicher Parkrocker mit der Organisation vor Ort: Eine Petition, in der Festivalgäste die schlechte Versorgung mit Sanitäranlagen samt defekter Duschen und Toiletten monieren, hat inzwischen immerhin gut 1600 Unterzeichner. Die Initiatoren fordern darin eine Teilerstattung des Festivaltickets. Forderungen, wer tätig werden muss, damit das Festival in Zukunft reibungsloser ablaufen kann, gibt es also von beiden Seiten.

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