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Müllentsorgung: Warum Nürnberg deutschlandweites Vorbild ist

Entwicklung der Müllverbrennungsanlage spielt eine gewichtige Rolle - 16.07.2019 05:41 Uhr

Die Müllentsorgung in Nürnberg läuft größtenteils rund, sagen Experten. © Stefan Hippel


"Wir arbeiten mit einem sehr effektiven System", sagt Umweltreferent Peter Pluschke. "Ein wichtiger Faktor für die Senkung der Gebühren ist, dass die Müllverbrennungsanlage sehr gute Erträge erwirtschaftet." Positiv wirkte sich unter anderem auch die Entwicklung der Treibstoffpreise auf die Gebührenhöhe aus. Diese sind nämlich nicht so stark gestiegen, wie prognostiziert, sondern sogar gefallen.

Dass Nürnberg beim Müllgebühren-Ranking des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln den zweiten Platz unter den 100 größten Städten belegt, liegt laut Pluschke auch am effektiven Abrechnungssystem. Wie berichtet, zahlen die Nürnberger eine Pauschale. Berechnet werden die Gebühren nach Zahl und Rauminhalt der Restmülltonnen. Pro Liter und Leerung wird seit 1. Januar 2016 eine Gebühr von 4,9 Cent erhoben. Diese sinkt ab Januar auf 4,5 Cent. Wer eine 60-Liter-Tonne vor der Haustür stehen hat, zahlt bisher 152 Euro im Jahr und künftig 140 Euro.

Nürnberger Müll-Gebühren sinken ab 2020 - und das deutlich

In dieser Gebühr ist alles enthalten: nicht nur die Abholung des Restmülls, sondern auch des Altpapiers und des Biomülls, die Benutzung der Gartenabfallsammelstellen und der Wertstoffhöfe. Außerdem kann jeder Bürger einmal im Jahr seinen Sperrmüll kostenlos abholen lassen.

"Von dem Kölner Institut wurden wir als wirtschaftliches Vorbild für ganz Deutschland bezeichnet", sagt Pluschke. Selbst das Nachrichtenmagazin Der Spiegel, das sonst selten Gutes über die Franken zu sagen weiß, schrieb von der "Vorzeigestadt Nürnberg" – sowohl "beim Preis ebenso wie beim Service".

Extrem schmale Verwaltung

"Die Erhebung einer pauschalen Gebühr ermögliche eine extrem schmale Verwaltung", sagt Pluschke. "Je differenzierter das System, desto mehr Bürokratie." Was letztlich auch höhere Kosten bedeute.

Die Müllverbrennungsanlage an der Hinteren Marktstraße ist seit dem Jahr 2001 in Betrieb. Seitdem läuft sie ohne Unterbrechung 365 Tage im Jahr. "Sie ist immer noch in einem hervorragenden Zustand", sagt der Umweltreferent. "Das liegt an der Art der Wartung und Instandsetzung." Auch Nachrüstungen gab es bereits, weitere folgen. "20 bis 30 Jahre kann sie sicher noch laufen."

Sollte die Anlage irgendwann erneuert werden müssen, brauche sich die Stadt nicht auf die mühevolle Suche nach einem Ersatz-Standort zu machen, fügt Reinhard Arndt hinzu, der zweite Werkleiter des ASN. Gebaut werden könne im laufenden Betrieb. "Von Vorteil ist außerdem die Nähe zum Kraftwerk der N-Ergie." Dort steht eine Turbine zur Nutzung des Dampfes, der durch die Müllverbrennung entsteht – und zu neuer Energie wird.

Gabi Eisenack

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