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Montag, 14.10.2019

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Mutmaßlicher Messerstecher hatte "psychotischen Schub"

21-Jährige wurde im Brustbereich verletzt, schwebt aber nicht in Lebensgefahr - 18.02.2019 13:51 Uhr

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Großfahndung: Mann attackiert Frau mit Messer und verliert Schuh

Am frühen Sonntagmorgen griff ein Unbekannter in der Fürther Straße mit einem Messer eine junge Frau an, die mit einer Freundin gerade auf dem Heimweg war. Die 21-Jährige wurde durch den Messerstich verletzt, befindet sich jedoch nicht in Lebensgefahr. Die Polizei startete sofort eine Großfahndung. Schon am Nachmittag wurde ein 25-jähriger Iraker festgenommen, er gilt als dringend tatverdächtig.


Etwa 100 Polizisten und ein Hubschrauber haben am Sonntag nach dem Mann gesucht, der in den frühen Morgenstunden in der Fürther Straße eine Frau mehrfach in den Oberkörper gestochen haben soll. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag auf einer Pressekonferenz in Nürnberg bekanntgaben, wurde der 25-Jährige am Sonntagmittag im Nordklinikum festgenommen. Der gebürtige Iraker habe sich wegen einer psychischen Erkrankung behandeln lassen und gegenüber einer Ärztin geäußert, dass er an einem Übergriff an einer Frau beteiligt gewesen sei, erklärte Kriminaldirektor Thilo Bachmann. Weil noch ein DNA-Abgleich aussteht, könne man noch nicht abschließend sagen, ob der 25-Jährige der Täter ist. "Wir gehen aber davon aus, dass es eine Übereinstimmung geben wird", sagte Bachmann weiter.

Auf einer Pressekonferenz am Montag in Nürnberg nannten die Ermittler Details zu dem Angriff am Wochenende. © Simon Hagen


Vorgeworfen wird ihm versuchter Mord. Der mutmaßliche Täter handelte laut Antje Gabriels-Gorsolke, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth, unvermittelt und heimtückisch. Weil der Mann zum Tatzeitpunkt einen "psychotischen Schub" hatte, ordnete die Staatsanwaltschaft einen "Unterbringungsbefehl" in einer psychiatrischen Klinik an und keinen Haftbefehl. Nach derzeitigem Stand weise der 25-Jährige ein breitgefächertes psychisches Krankheitsbild auf, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Mittlerweile ist auch klar, wie es dem 21-jährigen Opfer der Messerattacke geht. Die Frau wurde im Brustbereich verletzt und schwebt nach Angaben der Ermittler nicht in Lebensgefahr. 

Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen gebürtigen Iraker, der Ende der 1990er Jahre mit seiner Familie nach Deutschland kam. 2000 wurde er als Flüchtling anerkannt und erhielt laut Staatsanwaltschaft eine unbefristete Niederlassungserlaubnis. In Nürnberg lebt er seit September 2011 und wurde bereits viermal bei der Polizei auffällig. Einmal habe er bereits angekündigt, jemanden abstechen zu wollen, hieß es von der Staatsanwaltschaft.

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