Nach Berliner Kuriositäten: Das sind Nürnbergs seltene Baby-Namen

Sabine Ebinger
Sabine Ebinger

Lokales Nürnberg

E-Mail zur Autorenseite

31.1.2021, 13:30 Uhr
Jedes Kind ist einmalig, manchmal sind es auch die Namen. In Nürnberg wurden etwa

Jedes Kind ist einmalig, manchmal sind es auch die Namen. In Nürnberg wurden etwa "Dagmar", "Wolfgang" oder "Roland" im Jahr 2020 nur einmal vergeben. © Waltraud Grubitzsch, NN

"Bam-Bam", "Fee", "Fanta" oder "Urmel": Diese skurrilen Namen wurden in Berlin im Jahr 2020 für Neugeborene gewählt, wie das Magazin "Qiez" meldete. Und wie steht‘s in Nürnberg? Hier sind die Eltern deutlich zurückhaltender. Jedoch gibt es auch Namen, die eine Rarität sind: 850 Name wurden im Jahr 2020 nur einmal vergeben - bei rund 8000 Geburten.

"Da sind ganz bodenständige Namen dabei", sagt Angelika Pollack vom Standesamt Nürnberg. Wie zum Beispiel "Wolfgang", "Roland", "Sigfried" oder "Dagmar". Auch ein vermeintlicher Allerweltsname wie "Hans" ist im Jahr 2020 eine Rarität. Doch es darf auch gerne etwas Besonderes sein - wie etwa der weibliche Vorname "Amaryllis". Erlaubt sind zudem Abweichungen von gängigen Schreibweisen wie etwa "Zakarias" statt "Zacharias".

Ämter sind offener

Auch Namen, die in anderen Kulturkreisen üblich sind, werden von hiesigen Standesämtern akzeptiert. In afrikanischen Ländern ist etwa der weibliche Name "Gift" (Englisch für Geschenk) nicht ungewöhnlich. Im Zuge der Migration hat sich bei den Standesämtern im Laufe der Zeit einiges getan: Man ist im Vergleich zu früher deutlich offener, wie die Sachgebietsleiterin sagt.


"Hans" und "Hibba": Fürths einzigartige Babynamen.


Eltern sind frei bei der Namenswahl. Standesämter dürfen allerdings eine Beurkundung ablehnen, wenn das Kind durch seinen Namen Schaden nehmen könnte - also wenn etwa die Gefahr groß ist, deswegen gehänselt zu werden. Außerdem sollte der Name ein richtiger Name sein. Angelika Pollack nennt ein Beispiel: Nürnberger, die ihr Baby gern "Palais Schaumburg" nennen möchten, weil sie so gern in die gleichnamige Kneipe in Gostenhof gehen, würden beim Standesamt nicht weit kommen.

Im Zweifelsfall wendet sich das Standesamt an die zwei deutschen Namensfindungsstellen. Die Institute in Wiesbaden und Leipzig geben Auskunft, ob ein ungewöhnlicher Name schon mal in der Bundesrepublik vergeben worden ist: Wenn dies der Fall ist, dann gibt es vom Standesamt auch keinen Widerstand.

Kein Mädchenname für einen Jungen

Weiter achtet das Standesamt darauf, dass rein männliche Vornamen nur an Jungen und rein weibliche Vornamen nur an Mädchen vergeben werden. "Maria" ist allerdings auch bei Knaben erlaubt. Und auch der in Deutschland bekannte Mädchennamen "Andrea" darf an Jungen vergeben werden - denn in Italien ist dies ein männlicher Name.

Kein Heulen und Zähneklappern

Ob das Kind immer glücklich über seinen Namen ist? Ein "Heulen und Zähneklappern" nach der Beurkundung will das Standesamt vermeiden. Deswegen weisen die Standesbeamten die Eltern darauf hin, wenn der Name etwas sehr speziell ist. Angelika Pollack sagt: "Wir sichern uns hier ab." Bei besonderen Namen unterschreiben die Eltern ein Dokument, dass sie hier vom Standesamt informiert worden sind. Doch manchmal lassen sich die stolzen Eltern von ihrem Plan nicht abbringen und bestehen etwa auf die Schreibweise "Nicolle" mit zwei "ll".

Neue Freiheiten

Generell ist man beim Standesamt heute deutlich offener als früher. "Hätten Eltern für ihr Mädchen den Namen Paris gewählt, dann hätte vor 30 Jahren der Standesbeamte den Stift fallen gelassen." Heute wäre das kein großes Thema mehr.

9 Kommentare