Weltblutspendetag

Nach Corona-Lockerungen: Blutkonserven werden wieder knapp

14.6.2021, 12:29 Uhr
Eine Mitarbeiterin vom Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) fixiert während einer Blutspende die Nadel. 

Eine Mitarbeiterin vom Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) fixiert während einer Blutspende die Nadel.  © Hauke-Christian Dittrich, dpa

"Das Aufkommen an Blutspenden während der Corona-Pandemie gleicht immer noch einer Achterbahnfahrt", sagt Patric Nohe, Sprecher des BRK-Blutspendedienstes in München. "Wir hatten Phasen überwältigender Solidarität, aber zeitweise war es richtig knapp." Eindrücklich sei der Zuwachs an Erstspendern zu Beginn im Frühjahr 2020 gewesen. Über den Sommer habe es dann aber immer wieder Einbrüche gegeben.

"Jetzt haben wir ein Déjà-vu", so Nohe. "Im Moment sehen wir leider einen leichten Abwärtstrend." Das gelte bayernweit, auch in Nürnberg, einer laut dem Sprecher "sehr guten Blutspenderregion". "So verständlich es ist, dass jetzt nach den Lockerungen alle ihre Freizeit draußen verbringen wollen, blicken wir doch mit Sorge auf die nächsten Monate. Es ist wichtig, dass unsere Spender und Spenderinnen über den Sommer nicht nachlassen." Viele Krankenhäuser holten jetzt im Hochbetrieb verschobene Operationen nach und bestellten daher viele Blutkonserven. Diese sind nur 42 Tage haltbar, können also nicht beliebig bevorratet werden.

Täglich 2000 Konserven in Bayern nötig

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) appelliert daher in einer Pressemitteilung an die Bereitschaft der Bevölkerung: "Gerade jetzt vor dem Hintergrund weiterer Lockerungen sowie der anstehenden Sommerferien, in denen es normalerweise auch außerhalb der Pandemie weniger Blutspenden gibt, ist es elementar wichtig, dass weiterhin genügend Menschen Blut spenden."

In Bayern werden täglich 2000 Blutkonserven benötigt. Wer an Covid-19 erkrankt war, darf erst vier Wochen nach Ausheilung wieder Blut spenden. Nach Angaben des Blutspendedienstes gibt es in Bayern aktuell rund 280.000 aktive Spender. Durchschnittlich spenden rund fünf Prozent der spendefähigen Menschen in Bayern Blut. Die Blutspendebereitschaft in Bayern liege damit über dem bundesweiten Durchschnitt, der bei etwa drei Prozent liege.

Das BRK hat wegen der Corona-Hygienemaßnahmen auf eine vorherige Online-Terminreservierung umgestellt. Das soll Wartezeiten bei den Spendeterminen verringern. Informationen über Termine hier.

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