Nach fast zwei Jahren: Happy End für Tierheim-Katze

9.10.2020, 09:54 Uhr
Samtpfote Businka war die längste Katzenbewohnerin des Nürnberger Tierheims. Jetzt hat sie ein neues Zuhause in Fürth gefunden.

Samtpfote Businka war die längste Katzenbewohnerin des Nürnberger Tierheims. Jetzt hat sie ein neues Zuhause in Fürth gefunden. © Lidia Piechulek, NN

"Wer hat ein Herz für Businka?", fragten wir im Juni letzten Jahres. Die rot-schwarz getigerte Katzendame lebte zu diesem Zeitpunkt schon mehr als zwölf Monate im Nürnberger Tierheim und war damit eine traurige Rekordhalterin. Im Schnitt findet sich für Samtpföter innerhalb eines halben Jahres ein neues Zuhause, bei Businka sollte es fast ein weiteres Jahr dauern, bis sie endlich aus der Stadenstraße in Erlenstegen ausziehen konnte. Und zwar nach Fürth zu Marcus Clerico.

Liebe auf den ersten Blick

Der 33-Jährige hat nicht lange gebraucht, um sich für Businka zu entscheiden. "Es war Liebe auf den ersten Blick", sagt er. Dass sie eine besondere Geschichte hat, davon ließ er sich nicht abschrecken. Das Problem: Businka hat Angst vor lauten Geräuschen, gerät deswegen ab und an in Panik und reagiert aggressiv. Aus diesem Grund wurde sie einst im Tierheim abgegeben. Auch eine zwischenzeitliche Vermittlung ging deswegen schief – nach acht Wochen brachten sie die letzten Besitzer wieder zurück.

Im Tierheim selbst habe sie nie dieses Verhalten gezeigt, berichten die zuständigen Pfleger. Ihnen war es in diesem Fall besonders wichtig, dass sich Tier und Halter schon vor dem Umzug ausgiebig beschnuppern und gut kennenlernen. Deshalb hat der 33-Jährige Businka vorab regelmäßig im Katzenhaus besucht, bevor die scheue Vierbeinerin zu ihm ziehen durfte. Rund eineinhalb Monate lang. In Fürth scheint sich Businka sehr wohl zu fühlen. "Sie ist zutraulich, lässt sich hochheben und auf Geräusche reagiert sie normal. Weder der Staubsauger, die Waschmaschine oder ein Windzug stören sie", erzählt ihr neuer Besitzer.

Aufgeben ist keine Option

Er wusste, dass er Geduld mitbringen musste. "In den ersten Wochen hatte sie ihr eigenes Zimmer, um sich langsam einzugewöhnen." Alsbald folgte sie ihm auf Schritt und Tritt. Doch dann passierte es wieder: Businka griff ihr neues Herrchen ohne Vorwarnung an. "Ich bin nur an ihr vorbeigelaufen, es gab vorher auch keinen Lärm", beschreibt er die Situation. Marcus Clerico war geschockt, aufgeben war für ihn dennoch keine Option.


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Er wandte sich an die Nürnberger Tierverhaltenstherapeutin Daniela Zurr. "Ich wollte sie nicht ins Tierheim zurückgeben. Dort wäre sie sicherlich nicht mehr vermittelt worden." Schließlich habe er gewusst, dass er Geduld mitbringen muss für das sensible Tier. Gemeinsam mit der Expertin will der Fürther nun der Ursache für Businkas Aussetzer auf den Grund gehen. Möglich seien eine schizophrene Störung oder ein Mikrotumor, der die Ticks auslöst. Clerico möchte alle Möglichkeiten ausschöpfen: "Ich finde, Businka hat eine Chance verdient."

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