Freitag, 26.02.2021

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Nach lautem Knall: Feuerwehreinsatz in Nürnberger Chemiebetrieb

Deckel eines Kunststofftanks hatte sich gelöst - Bahnstrecke war gesperrt - 28.01.2021 15:03 Uhr

Der Tank auf dem Gelände des Chemiebetriebs ist mit einer Plane abgedeckt. Aufgrund der Nähe zur Bahnstrecke musste der Bahnverkehr unterbrochen werden.

28.01.2021 © ToMa


Die Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Fürth musste aufgrund des Feuerwehreinsatzes von acht bis 10.40 Uhr für den Bahnverkehr gesperrt werden. Die Deutsche Bahn bat Reisende zwischen Fürth und Nürnberg, die U-Bahn zu nutzen. Es kam zu Verspätungen und Teilausfällen im Regionalverkehr. Dank des Busnotverkehrs gab es an den Bahnhöfen keine größeren Ansammlungen von Reisenden, wie ein Bahnsprecher erklärte. 20 Fernverkehrszüge mussten umgeleitet werden.

Gegen 5.30 Uhr nahmen Mitarbeiter am Donnerstag den lauten Knall auf dem Firmengelände eines Chemiebetriebes in der Matthiasstraße wahr. Kurz darauf hätten sie entdeckt, dass sich von einem 30.000 Liter fassenden Kunststofftank der Deckel gelöst habe, teilte die Unternehmensführung mit.

Der rund 200 Kilogramm schwere Deckel wurde in die Luft geschleudert und landete im angrenzenden Gleisbereich, wie die Berufsfeuerwehr Nürnberg am Nachmittag mitteilte. In diesem Tank, der direkt an die Bahnstrecke angrenzt, befand sich Salzsäure. Laut Feuerwehr traten aus dem beschädigten Tank in der Folge geringe Mengen Salzsäuredämpfe aus. Warum es zu dem Ereignis kam, ist noch unklar. Verletzt wurde bei dem Einsatz niemand

Keine Gefahr für die Bevölkerung

Die Berufsfeuerwehr wurde um 7.30 Uhr alarmiert und räumte den Tankdeckel schnell aus dem Gleisbereich. Einsatzkräfte kletterten mit Chemikalienschutzanzügen auf das Tankdach und brachten eine Plane an. Dadurch konnte der Eintritt von Regenwasser und der weitere Austritt von Säuredämpfen unterbunden werden. Thomas Schertel, der Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr Nürnberg vor Ort, bestätigte gegenüber nordbayern.de, dass durch die Dämpfe keine Gefahr für die Bevölkerung bestand.

Für die Dauer des Einsatzes musste die Bahnstrecke gesperrt werden, weil sich der Einsatz der Feuerwehr teils auf den Gleisbereich erstreckte. Zudem mussten die Oberleitungen geprüft werden, so Schertel. Um Schäden an der Oberleitung zu verhindern, reinigte die Feuerwehr den Fahrdraht abschließend von möglichen Chemikalienresten. Der Feuerwehreinsatz endete um 10.45 Uhr. Zur Sicherheit stellte die Deutsche Bahn für die Dauer des Feuerwehreinsatzes den Strom in den Oberleitungen ab und untersuchte den Fahrdraht mit einer Spezialkamera.

Die flüssige Salzsäure muss nun durch das Unternehmen umgepumpt werden. Die Ursachenforschung und die Reparatur beginnen, nachdem der Tank gespült und gereinigt wurde.

Der Artikel wurde am Donnerstag um 14.48 Uhr aktualisiert.


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tok

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