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Nach Notre-Dame-Brand: So würde Nürnbergs Feuerwehr vorgehen

Viel Holz verbaut: Bei historischen Gebäuden schrillen die Alarmglocken - 16.04.2019 20:21 Uhr

Der Brand in der Kathedrale Notre-Dame bedeutete Schwerstarbeit für die Pariser Feuerwehr. © BERTRAND GUAY


Stehen Kirchen in Flammen, sind die Einsatzkräfte der Berufs- und der freiwilligen Feuerwehren besonders gefordert. Blitzeinschläge und unsachgemäße Renovierungsarbeiten gehören zu den häufigsten Ursachen solcher Brände.

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Schwierigkeiten bereiten den Rettern vor allem die Türme. "Die sind wegen der Höhe für uns nur schwer zu erreichen", sagt Feuerwehrsprecher Thomas Schertel. Die Drehleitern reichen nur bis 30 Meter. Das hohe Bauwerk von innen zu löschen, ist nicht immer möglich, da nicht jedes brandschutztechnisch abgetrennt ist und so brennende Trümmer auf die Truppen fallen können. "Bleibt in solchen Fällen nur die Möglichkeit, von außen das Feuer zu bekämpfen.


Der Liveticker zum Nachlesen: Als Notre-Dame in Flammen stand.


Wenn zwei Türme vorhanden sind, würden wir von einem zum brennenden Nachbarturm löschen", so Schertel. Im Idealfall habe so ein Gotteshaus aber eine Steigleitung und Brandmeldeanlagen - vorgeschrieben sei das bei historischen Gebäuden allerdings nicht, es bestehe Bestandschutz.

Schutz unter dem Türstock

Gleiches gilt auch für das Kirchenschiff selbst. Wenn die Flammen erst einmal richtig lodern und innen eine Gluthitze entstanden ist, lässt sich das Bauwerk in so einem Moment nur von außen löschen, so Schertel. Ein Kollege, der bei den Löscharbeiten der Christuskirche 1993 beteiligt war, musste Schutz unter einem sicheren Türstock suchen, weil brennende Teile herabflogen.

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Generell, so der Sprecher, rückt die Berufsfeuerwehr bei historischen Gebäuden im Alarmfall gleich mit zwei Löschzügen an. Denn in den alten Gemäuern wurde viel Holz verbaut - und das ist knochentrocken. In Kirchen kommen weitere brennbare Stoffe hinzu: die Polster auf den Bänken, Wandteppiche, Holzfiguren, Gemälde mit Ölfarben und Orgeln.


Nürnberger spielte vor wenigen Tagen in Notre-Dame Orgel.


Die Martha-Kirche stand 2014 im Vollbrand, als die Einsatzkräfte kamen. Innen hatten die Temperaturen eine Hitze von 1000 bis 1500 Grad erreicht, schätzt Schertel. "Bei solchen Temperaturen kann es sein, dass sich sogar der Sandstein zersetzt, aus dem die Mauern der Kirche bestehen."

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Alexander Brock

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