Freitag, 22.11.2019

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Neubauprojekt auf Ex-Porsche-Gelände will mit viel Grün punkten

140 Wohnungen, Gewerbegebäude und Dresdener Straße wird abgehängt - 13.04.2016 08:00 Uhr

Die Dresdener Straße, die von oben auf die Kieslingstraße trifft, soll im Zuge der Neubebauung des Porsche-Geländes (links) zur Grünzone werden. © Michael Matejka


Seit drei Jahren beschäftigt sich das Nürnberger Architekturbüro Hübsch Ramsauer Harlé bereits mit dem Grundstück zwischen Kiesling- und Oedenberger Straße. Mehrere Überlegungen seien angestellt worden, erzählt Jürgen Hübsch. Eine Variante hatte mit dem bestehenden Autohaus zu tun, das nach dem Umzug von Porsche im April 2014 ins neue Domizil an der Erlanger Straße kurz leer stand; seit Frühjahr 2015 wird es von der Künstlergruppe Borgo Ensemble zwischengenutzt.

Der Vorschlag des Eigentümers mit einem Gebrauchtwagengeschäft wurde aber fallen gelassen. Eine andere Idee war ein größerer Vollsortiment-Supermarkt, wie er in Erlenstgen derzeit vermisst wird. Doch eine solche Nutzung wäre aus Sicht der Architekten keine Aufwertung des Gebietes am Rand des Nordostbahnhof-Viertels gewesen, das in den letzten Jahren gezielt saniert und verschönert worden ist. Angesichts dessen stolperten die Architekten quasi über die Frage "Was tun mit dem Ast der Dresdener Straße?".

Aus stadtgestalterischer Sicht wäre dies ihrer Ansicht nach der Kunstkniff, um einerseits den gewünschten Verwaltungsneubau für die neben den Porsche-Hallen ansässige Firma Barthelme unterzubringen. Andererseits bliebe genug Raum für vier Querriegel, in den insgesamt 140 Wohnungen entstehen könnten — Voraussetzung dafür wäre aber der Rückbau der breiten Dresdener Straße.

Die Ex-Porsche-Werkstätten mit schrägen Glasdächern sollen 140 Wohnungen Platz machen. Die Firma links daneben bleibt, rechts daneben ist Grün statt Asphalt geplant. © Bischof & Broel


Die Architekten Hübsch und Harlé sind nun seit Monaten dabei, nach dem Investor auch die Stadt und die Anwohner von dem Projekt zu überzeugen. Baureferent Daniel Ulrich spricht von einer "schönen Idee, die viel Nutzen bietet". Zugleich sei sie aber "sehr teuer", weshalb aus Sicht der Bauverwaltung klar ist: "Alle Kosten müsste der Investor tragen. Die Stadt wird keine eigenen Mittel verbauen, um diese Straße zurückzubauen."

Im Juni steht die Behandlung im Stadtplanungsausschuss

Für Ulrich ist wichtig, dass das Baugebiet in spe gut mit Fuß- und Radwegen angebunden ist. Die verkehrliche Bedeutung der Dresdener Straße sei aber "eher gering". Vor einem solchen Schritt müsste dieser mit den Anwohnern im direkten Umfeld diskutiert werden. "Wenn so etwas allseits Zustimmung fände, würden wir versuchen, es näher zu beleuchten", betont der Baureferent.

Der für das Gebiet zuständige Bürgerverein Jobst-Erlenstegen hat kürzlich das Thema im Rahmen einer internen Präsentation diskutiert. Die Pläne seien "sehr interessant", sagt die Vorsitzende Annette Gröschner. Weil "ein Schmuddeleck" aufgewertet werden, würde eine gemischte Nutzung gut passen. Als einzigen "großen Wermutstropfen"Jo Seuß bezeichnet sie den Verzicht auf einen Supermarkt.

Ein paar Gegenstimmen habe es laut Gröschner zum Abhängen der Dresdener Straße gegeben. Doch trotz gewisser Umwege und Verkehrsverlagerungen sei die Mehrheit im Bürgerverein dafür gewesen. Hauptargument ist der Vorteil, dass der Investor dadurch den nötigen Grün-Ausgleich direkt im Stadtteil und nicht anderswo erledigen würde. Aktuell feilt das Architekturbüro nach der nichtöffentlichen Vorstellung im März-Baukunstbeirat an der Weiterentwicklung der Pläne. Im Mai soll das Gremium erneut besucht werden. Und im Juni steht die Behandlung im Stadtplanungsausschuss an.

Jo Seuß E-Mail

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