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Neue Konzerthalle in Nürnberg: 84 Bäume müssen weichen

Parkähnlicher Charakter an der Meistersingerhalle soll jedoch bestehen bleiben - 12.07.2020 05:55 Uhr

So soll das zukünftige Konzerthaus an der Meistersingerhalle aussehen.

© Johannes Kappler Architektur


Das im Dezember 2018 eingesetzte Gremium tagte erstmals in der neuen Stadtratsperiode. Auch die Grünen, die im Mai eine Kehrtwende vollzogen und den Konzertsaal-Bau an diesem Standort wegen der Umwelteingriffe abgelehnt hatten, waren bei der Sitzung vertreten – sie schwiegen jedoch diesmal.


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Leupold legte dar, dass von den besagten 84 Bäumen zwei gerettet werden können. Man verpflanzt eine Roteiche und eine Baumhasel in den Luitpoldhain. Die anderen 82 müssen gefällt und laut den Vorgaben der städtischen Baumschutzverordnung durch 121 neue Bäume ersetzt werden. Bei den Fällungen werde jedoch darauf geachtet – wie Bernhard Walk vom Nürnberger Landschaftsarchitekturbüro Grosser-Seger ausführte – Vögel oder Fledermäuse nicht zu gefährden. Deswegen plane man zum Beispiel, die Fällungen außerhalb der Brutzeiten durchzuführen.

39 Neupflanzungen geplant

Allerdings sei es schwierig, wirklich alle neuen Eichen oder Kiefern im direkten Umfeld des Konzerthauses zu platzieren, sagte Leupold. Auf den Außenanlagen plane das Baureferat daher zunächst mit 39 Neupflanzungen, auch wenn der Entwurf eines Berliner Landschaftsarchitektenbüros von 110 ausgeht. Die Wahrheit, glaubt Leupold, werde "am Ende irgendwo dazwischen" liegen. Zum Ausgleichskonzept gehören neben diesen 39 Bäumen noch 26 im Luitpoldhain, 51 in der Südstadt und fünf Eichen an der Münchener Straße. "Davon sind sechs schon gepflanzt", sagte Leupold launig, um deutlich zu machen, dass man nach Möglichkeit die Marke 121 übertreffen möchte.

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Die Jury hat entschieden: So soll Nürnbergs neuer Konzertsaal, ein "kulturelles Leuchtturmprojekt", aussehen. Er entsteht in unmittelbarer Nähe zur Meistersingerhalle und soll sich deshalb nahtlos einfügen. Doch welche Entwürfe erhielten den Zuschlag nicht? Ein Überblick.


Bei den Pflanzungen in der Südstadt liegt das Ziel zum Beispiel bei 100 und nicht bei 51 Bäumen – aber man wisse nicht, ob Nürnbergs Unterwelt mitspielt. Wo Gasrohre oder Leitungen liegen, könnten keine Bäume gepflanzt werden, sagte Leupold.

Barrierefreie Gestaltung

Die Außenanlagen rund um Meistersingerhalle und Konzertsaal, die erstmals auf der Tagesordnung der Kommission standen, sollen barrierefrei gestaltet werden und ein einheitliches Gestaltungsbild abgeben. Es ist auf der Nord- bzw. Ostseite des Gebäudekomplexes ein neuer Vorplatz mit Grünfläche, Sitzbänken und Info-Screens vorgesehen.


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Ein Thema war zudem die Dachbegrünung. Auf der Meistersingerhalle sind demnach 1350 Quadratmeter Grünfläche geplant. Was die beiden Dachflächen des Konzertsaals angeht, so soll das Sockelgeschoss bis auf wenige Bereiche, die wegen des Brandschutzes freigehalten werden müssen, komplett begrünt werden. Das Dach des Saalkubus wird eine Photovoltaikanlage und ebenfalls eine Begrünung bekommen. Die Dachbegrünung der Konzerthausdächer würde eine Fläche von 4350 Quadratmetern ausmachen.

Von einer Anmerkung der CSU-Rätin Tatjana Körner abgesehen, meldeten sich gestern neben den Grünen auch die anderen Fraktionen nicht zu Wort. Nach zwei Stunden hatten alle Berichte zur Kenntnis gedient. Wie Robert Vogel, Projektbauherr im städtischen Geschäftsbereich Kultur, darlegte, wartet man nun auf grünes Licht der Regierung von Mittelfranken, um Baurecht zu bekommen.


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Marco Puschner

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