Neue Pläne nach dem Frust um Worzeldorfer Leitplanke

11.8.2016, 08:00 Uhr
Die Ortseinfahrt nach Worzeldorf ist eine schlecht ausgeleuchteten, kurvige Kuppe in einem Waldstück.

Die Ortseinfahrt nach Worzeldorf ist eine schlecht ausgeleuchteten, kurvige Kuppe in einem Waldstück. © Stefan Hippel

Wo Fußgänger, Radfahrer und Autos aufeinander treffen, kann es problematisch werden. Wenn sich besagte Verkehrsteilnehmer dann auch noch an einer schlecht ausgeleuchteten Kuppe in einem Waldstück mit enger Kurve treffen, manchmal sogar gefährlich. So zum Beispiel an der Ortseinfahrt von Worzeldorf aus Richtung Nürnberg kommend.

Zwar ist diese Stelle kein Unfallschwerpunkt, bestätigen der Bürgerverein Worzeldorf und auch die Stadt, wenn aber ein Fahrzeug von der Fahrbahn abkommt, landet es im Graben. Ein Stück nach dem Ortsschild flog ein Auto auch schon geradewegs in einen Vorgarten. Und wenn in diesem Moment auch noch ein Radfahrer dort unterwegs ist, kann sich jeder ausmalen, wie die Geschichte ausgeht. Der relativ schmale Radweg ohne Absicherung zur Fahrbahn ist dem Bürgerverein schon lange zu gefährlich.

Das Staatliche Bauamt hat nach Abstimmung mit der Stadt schließlich reagiert und eine Leitplanke angebracht. Allerdings nicht an der Kuppe direkt, sondern "da wo sie eigentlich keinem was bringt", wie sich unter anderem auch Leser beschweren. Dass die neue Leitplanke nicht bis dahin reicht, wo sie eigentlich reichen sollte, also schlicht zu kurz geraten ist, hat laut Aussage der Stadt, drei Gründe: Zum einen verlaufen im Erdreich Kabel, die nicht versetzt werden konnten. Zum zweiten würde ein Auto, das an dieser Stelle in die Leitplanke kracht, nicht nach rechts von der Fahrbahn ab, sondern nach links und somit in den Gegenverkehr gedrängt werden. Und drittens ist eine Leitplanke, die bis zur Kuppe reicht nicht möglich, ohne den Radweg noch weiter zu verengen.

Bürgerverein unzufrieden

"Die Schutzplanke wurde an einer Stelle errichtet, an der das ohne große bauliche Veränderungen möglich war", heißt es in einem Schreiben von Oberbürgermeister Ulrich Maly. "Die Gründe der Stadt und des Staatlichen Bauamts müssen wir so glauben", sagt Peter Katschke vom Bürgerverein und kann zumindest das Argument mit dem zu schmalen Radweg nachvollziehen. "Aber dafür hatten wir ja bereits eine Lösung vorgeschlagen", so Katschke. Dem Bürgerverein wäre es am liebsten, der Radverkehr würde einfach anders geleitet werden. "Aber das ist laut der Stadt nicht möglich", weiß Katschke und glaubt: "Wenn man das ordentlich beschildert, würden die Radfahrer auch anders fahren."

Jetzt kommt aber sowieso alles anders, denn vielleicht soll die Straße verbreitert, vielleicht sogar eine Querungsinsel gebaut werden. "Die Details sind noch unklar", so Jülich. Verantwortlich für die Straße ist eigentlich das Staatliche Bauamt, die Stadt hat aber im Rahmen einer Sonderbaulast die Planungen für das Vorhaben übernommen. "Wir erhalten vom Freistaat eine üppige Förderung", sagt Jülich. Schon bald sollen die konkreten Planungen starten, den Grunderwerb hat die Stadt bereits in Aussicht. Aber Jülich bremst gleichzeitig die Euphorie etwas ein: "Das ist kein Projekt, das schnell umgesetzt werden kann." Ganz grob peilt der Amtsleiter Ende 2017 an. Eines ist bereits heute klar: Wenn die Kuppe erst einmal abgetragen und die Straße verbreitert ist, ist die heute für viele schon nutzlose Leitplanke wohl endgültig überflüssig.

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