Für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine

Neue Plattform vermittelt Privatunterkünfte

NZ-Redakteurin Ngoc Nguyen
Ngoc Nguyen

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16.3.2022, 19:59 Uhr
Wenn Flüchtlinge in Nürnberg ankommen - hier bekommen sie im Heilig-Geist-Saal Infos -  brauchen sie eine Unterkunft.

© Eduard Weigert, NNZ Wenn Flüchtlinge in Nürnberg ankommen - hier bekommen sie im Heilig-Geist-Saal Infos -  brauchen sie eine Unterkunft.

Nachdem die Stadt Nürnberg in der vergangenen Woche ihre Vermittlungs-Plattform für private Unterkünfte für Ukraine-Flüchtlinge abgeschaltet hatte, ist nun eine neue städtische Seite online: Unter privatunterkunft.nuernberg.de können Anbieter eintragen und Suchende sehen, was im Großraum Nürnberg aktuell angeboten wird.

Vom Schlafsofa bis zum Hotelzimmer

Vom Schlafsofa bis zum eigenen Hotel-Apartment, vom Zimmer in einer Wohngemeinschaft bis hin zur möblierten Wohnung ist alles dabei. Bisher seien 154 Angebote eingestellt worden, insgesamt wurden 250 Betten zur Verfügung gestellt, erklärt Natalie Lebrecht, Sprecherin des Sozialreferats. Die Anbieter beschreiben selbst, wer sie sind, was sie haben, welchen Zeitraum sie sich vorstellen und wen sie bei sich aufnehmen möchten. Angaben wie eine Mail-Adresse sind verpflichtend. Eine Filterfunktion soll noch folgen.

Oft sind es selbst Familien mit Kindern oder Alleinerziehende, die Frauen mit ihrem Nachwuchs vorübergehend ein Zuhause geben möchten. Viele wollen ganz bewusst Flüchtlinge mit Haustieren aufnehmen, in dem Wissen, dass Katzen und Hunde in Sammelunterkünften wie der Turnhalle der Bertolt-Brecht-Schule verboten sind und sonst abgegeben werden müssen.
Die Stadt sieht sich jedoch nicht als Vermittler, betont Lebrecht. Lediglich die Plattform stelle man zur Verfügung. Die Seite wird von der App „Integreat“ erstellt, einem Projekt aus Augsburg. „Integreat“ macht lokale Infos und Angebote für nach Deutschland Geflüchtete und Migranten verfügbar und wird auch von Städten wie München und Dortmund genutzt.

Erste Seite wurde eingestellt

Die erste Plattform für private Wohnunterkünfte wurde am 8. März eingestellt. Unter anderem, weil der zeitliche Aufwand dafür immens gewesen sei, heißt es von der Verwaltung: Bis zu zehn Kollegen und Kolleginnen aus dem Sozialreferat seien vollauf damit beschäftigt gewesen, die riesige Menge an Angebot und Bedarf zu ordnen. „Ein hoher Betreuungsaufwand und eine große Erwartungshaltung“ brachten die Seite schließlich zum Erliegen.

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