Donnerstag, 12.12.2019

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Neue Referentinnen: Nürnbergs Stadtspitze wird weiblicher

Das hat der Stadtrat in seiner Sitzung am Mittwoch entschieden - 25.09.2019 21:15 Uhr

Neu gewählt oder wiedergewählt (v. l.): Harald Riedel (Finanzen), Britta Walthelm (Umwelt), Julia Lehner (Kultur), Elisabeth Ries (Soziales) und Daniel Ulrich (Bau). © Foto: Edgar Pfrogner


Die Referenten-Riege der Stadtverwaltung wird ab Mai 2020 deutlich weiblicher: Der Stadtrat hat in seiner Sitzung Elisabeth Ries (SPD) zur neuen Referentin für Jugend, Familie und Soziales gewählt. Britta Walthelm (Grüne) wird in der neuen Stadtratsperiode für das Ressort Umwelt und Gesundheit verantwortlich sein. Finanzreferent Harald Riedel (SPD), Baureferent Daniel Ulrich (parteilos) und Kulturreferentin Julia Lehner (CSU) wurden wiedergewählt.

Die Referatsleiter-Posten für Soziales und Umwelt werden frei, weil Sozialreferent Reiner Prölß (SPD) und Umweltreferent Peter Pluschke (Grüne) mit Ende der aktuellen Stadtratsperiode am 30. April 2020 in den Ruhestand gehen. Ihre Stellen waren zwar ausgeschrieben worden. Die Wahl von Ries und Walthelm war am Ende aber dennoch keine Überraschung. Der Grund: Die Sozialdemokraten im Rathaus hatten das Vorschlagsrecht für das Sozialreferat. Die Grünen wiederum konnten jemanden für das Umweltreferat ins Rennen schicken. Die Vorschläge der Parteien werden in der Regel von den anderen Fraktionen mitgetragen.

Weil es der Ausschussgemeinschaft im Stadtrat aus ÖDP, FDP, Guten und Freie-Wähler-Stadtrat Hartmut Beck gegen den Strich geht, dass das Ergebnis aufgrund des Vorschlagsrechts der Fraktionen im Vorfeld quasi feststeht, präsentierten sie für das Sozialreferat einen zweiten Bewerber: Matthias Muth aus Oberfranken, freiberuflicher Berater für soziale Einrichtungen. "Eine solche Auswahl hätten wir gerne bei jedem Referat gehabt", sagte Guten-Stadtrat Stephan Grosse-Grollmann.


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Der Kandidat der Ausschussgemeinschaft war am Ende natürlich chancenlos. Auf die SPD-Kandidatin Ries entfielen 56 von insgesamt 65 abgegebenen Stimmen. Die 45-Jährige war bereits persönliche Mitarbeiterin des Sozialreferenten, sie leitete das Bildungsbüro und ist seit 2018 persönliche Mitarbeiterin von OB Ulrich Maly (SPD).

Britta Walthelm vereinte 37 Ja-Stimmen auf sich. Die 38-jährige Politologin hat noch keine Verwaltungserfahrung. Sie arbeitet als selbstständige Bildungsreferentin, ist seit 2014 Stadträtin und mittlerweile auch Vize-Chefin der grünen Fraktion.

Von den amtierenden Referenten erzielte Harald Riedel (SPD) das beste Ergebnis. 61 der anwesenden 65 Stadträte stimmten für ihn. Riedels Amtszeit endet auf eigenen Wunsch hin zur Hälfte der kommenden Stadtratsperiode, also am 30. April 2023.

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Die anderen Referenten wurden für die Amtszeit von sechs Jahren gewählt. Die seit 2002 amtierende Kulturreferentin Julia Lehner (CSU) erhielt in der geheimen Abstimmung 46 von 65 abgegeben Ja-Stimmen. Baureferent Daniel Ulrich wurde ebenfalls bestätigt: Für ihn stimmten 59 Stadträtinnen und Stadträte.

Die Freien Wähler votierten bei jedem Wahlgang mit Nein, "ohne Ansehen der Person". Das hatte FW-Stadtrat Jürgen Dörfler zuvor angekündigt. Die Freien Wähler wollten damit ihre Kritik daran zum Ausdruck bringen, dass der aktuell amtierende Stadtrat die Referenten für die nächste Stadtratsperiode bestimmt. Dörfler wünscht sich eine Wahl in der Mitte der Periode.

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