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Neue Rekorde: Hotelmarkt in Nürnberg boomt

Bis 2022 sollen über 2000 neue Zimmer entstehen - 26.01.2020 05:56 Uhr

Schon seit 2011 will der deutsche Ableger der Buta Group in Dubai ein Hotel mit 270 Zimmern auf dem Platz des ehemaligen Arbeitsamts errichten. Im Herbst wurde ein Antrag auf Vorbescheid gestellt.

© Visualisierung: Sedlak Rissland Architekten


Nach einer Übersicht des Hotel- und Gaststättenverbands sind zwischen 2020 und 2023 elf neue Hotels geplant, in Bau oder noch in der Planung. Beobachter fragen sich, ob sich die vielen neuen Hotels rechnen. Die Zahl der Übernachtungen erreichte in den vergangenen Jahren stets neue Rekorde. Auch die beiden Messe-Geschäftsführer stellen regelmäßig vor der Spielwarenmesse fest, dass sie sich über neue Hotels freuen. Sie hoffen beide darauf, dass dann die Preissprünge, wenn besonders viele Messe-Gäste in Nürnberg übernachten wollen, etwas niedriger ausfallen. In Messezeiten verdoppeln einige Hotels derzeit ihre Preise. Doch das ist auch in anderen Messestädten so.

Zwei neue Häuser am Frauentorgraben

"Derzeit läuft es gut", sagt Gerhard Engelmann, Bezirksgeschäftsführer vom Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband. Er meint damit die aktuelle Auslastung, die bei den Hoteliers für zufriedene Mienen sorgen sollte. "Besorgniserregend" sei aber die Vielzahl von neuen Hotel-Bauvorhaben.


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Die Zuwächse an Hotelzimmern in den nächsten Jahren dürfte vor allem zu Lasten der Betriebe im Nürnberger Umland gehen. "Ausgenommen Fürth", so Engelmann. Vor allem für mittlere und kleinere Betriebe werde es schwierig. "Es wird eng, wenn wir nicht mehr Geld für Marketingmaßnahmen in die Hand nehmen", sagt der Geschäftsführer. Mehr Geld für die Nürnberg-Werbung der Congress- und Tourismuszentrale kann aber nur von der Stadt und den Übernachtungsbetrieben kommen. Derzeit sind alle Beteiligten froh, wenn das Werbebudget gehalten werden kann.

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Julia Rübsamen, deren Familie unter anderem mit dem Sheraton Carlton, dem Sorat Saxx und dem Best Western Hotel City West gleich mehrere Hotels in Nürnberg gehören, kalkuliert derzeit sehr genau. Ihr Ramada neben der Meistersingerhalle sollte ursprünglich durch einen markanten Neubau in Form einer schmalen, eleganten Scheibe entlang der Münchener Straße ersetzt werden. "Wir überlegen jetzt, ob es einen Neubau gibt oder ob doch das bestehende Hotel saniert und ausgebaut wird", sagt Rübsamen. Da neben der Meistersingerhalle der neue Konzertsaal entsteht, verspricht sich Rübsamen zwar zusätzliche Einnahmen: "Aber lohnt sich die Investition von 45 Millionen für zusätzliche 60 Zimmer?"

Verfall der Zimmerpreise

Das bestehende Ramada-Hotel hat 190 Zimmer und vor allem in der Küche ist es eng geworden. Dass nicht nur ein Bauvorbescheid für das neue Hotel mit 250 Zimmern beantragt wurde, sondern auch die Sanierung und Ausbau des vorhandenen Hotels mit Konferenzräumen geplant wird, hat mit den vielen Neubauprojekten zu tun, so Rübsamen. Es drohe ein Verfall der Zimmerpreise, so dass sich Investitionen nur schwer rentieren.


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Andere sehen die Situation optimistischer. Laut Jan Winterhoff, Hotelentwickler bei der GBI, zeige der Anstieg der Übernachtungszahlen um 8,5 Prozent auf 3,6 Millionen im Jahr 2018 deutlich, dass es noch Bedarf an modernen Übernachtungsmöglichkeiten in Nürnberg gebe: "Nur in München war der Aufwärtstrend unter den deutschen Top-10-Hotelstandorten noch stärker." Die Auslastung der Hotels habe erstmals über 50 Prozent gelegen. Auch die Langzeitperspektive spreche für Nürnberg. GBI hat in Nürnberg die Hotels NH, Motel One, Hampton by Hilton und Holiday Inn Express entwickelt.


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Die größten Hotelprojekte in den nächsten Jahren in Nürnberg: Auf dem Augustinerhofgelände eröffnet die Alpha-Gruppe bis Ende des Jahres das Hotel Carl August mit 120 Zimmern. Am Bahnhofsplatz sind zwei Hotels in Bau: Das Hotel Leonardo Royal mit 238 Zimmern und eine weiteres Motel One mit rund 530 Betten. An der Ostendstraße haben Sontowski und Partner mit dem Bau des Seetor City Campus begonnen. Teil des Projekts ist ein Hotel mit dem Namen "the niu Bling" mit 144 Zimmern, das 2022 eröffnen soll.

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Die Buta Group, Ableger eines Unternehmens aus Dubai, hat einen Vorbescheidsantrag bei der Stadt für den Bau eine Hotels mit 270 Zimmern im alten Arbeitsamt am Frauentorgraben 33/35 gestellt. Nicht weit davon entfernt, direkt neben dem Neubau der AOK-Zentrale, wurde mit dem Bau des Hotels Premier Inn mit 241 Zimmern begonnen. Das Gebäude wird nach der Fertigstellung, die für 2022 vorgesehen ist, vom dem britischen Branchenführer Whitebread betrieben. Weitere Hotels sind für den City Point und auf der Fläche Breite Gasse/Ecke Färberstraße geplant: Dort entsteht ein Hotel mit dem Namen Stay Koooook mit 66 Zimmern.

André Fischer

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