Neuer Stadtteil: Wird Lichtenreuth ein "Urbanes Gebiet"?

29.9.2016, 06:00 Uhr

© Oliver Acker, www.digitale-luftbilder.de

Zur Sprache kam das Thema bei der jüngsten Versammlung des Stadtplanungsausschusses. Dort ging es um den Bebauungsplan östlich der Brunecker Straße. Wie berichtet, wird dort, am Hasenbuck, auf den 90 Hektar großen Flächen des ehemaligen Südbahnhofs in den nächsten zehn Jahren ein völlig neuer Stadtteil entstehen. Das Immobilien-Unternehmen Aurelis hat das Areal erworben, das nun gemeinsam mit der Stadt Nürnberg entwickelt wird.

Die Maßnahmen in dem künstlich benannten Stadtteil "Lichtenreuth" werden in mehreren Etappen vollzogen, eingeteilt in Module. Beim Stadtplanungsausschuss war nun plötzlich das "Modul IV" in den Vordergrund gerückt - es ist noch komplett durchgeplant und stellt eine Art Spielfläche dar.

CSU-Stadtrat Joachim Thiel sieht hier gute Chancen, dass Arbeiten und Wohnen im Süden dank des "Urbanen Gebietes" näher zusammenwachsen können. Hintergrund ist, dass der geplante neue Baurechtstyp bisher geltende Kriterien wie die Lärmschutzverordnung und die Abstandsgebote lockern soll. Thiel erkennt darin ein Signal für eine "erhebliche städtebauliche Dichte" und die Antwort auf die Frage: "Wohnen oder Gewerbe?" - nämlich: beides. Diese Chance müsse man jetzt nutzen, so der Architekt.

Wann ist die Zeit zu handeln?

Für Wirtschaftsreferent Michael Fraas ist das etwas voreilig: "Lieber entwickeln wir mit Hochdruck die Module 1 bis 3 - und entscheiden dann, wenn es so weit ist." Die Fläche biete sich an, meinte dagegen Oberbürgermeister Ulrich Maly. "In Bezug auf den Lärm sind noch Fragen offen." Baureferent Daniel Ulrich sieht durchaus die Zeit gekommen zu handeln: "Es wäre nicht verkehrt, wenn wir uns jetzt damit beschäftigen, um uns die Pole Position rechtzeitig zu sichern."

Die Verwaltung kündigt an, sich bis Weihnachten eingehend mit Chancen und Risiken der Novelle zu befassen und den Stand zu erläutern.

Bundesbauministerin Barbara Hendricks will mit der neuen Kategorie hin zu einer "integrativen Stadtentwicklungspolitik". Nach letztem Stand soll die weitere Baugebietskategorie noch heuer eingeführt werden.

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