Mittwoch, 02.12.2020

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Neuer Treff für Spanienfans

Andrea Grüner eröffnet Flamenco-Schule - 11.09.2007

Die Röcke wackeln, und die Füße machen Musik: Der Unterricht im Keller von «Aire Flamenco» hat schon begonnen. Wie bei fast allen Tanzarten sind Männer ausdrücklich erwünscht, aber stets in der Minderzahl.

14.02.2011 © Gerullis


Es ist das neue Domizil der Nürnberger Flamenco-Lehrerin Andrea Grüner. Schon seit einigen Jahren suchte sie ein eigenes Studio, fand aber nie passende Räume. Jetzt hat der Raum sie gefunden, sagt sie. Das Pavillon-Häuschen liegt in einem stillen Hof am Nordostring und birgt im Untergeschoss rund 200 Quadratmeter Fläche. Zuletzt hatte ein Ingenieurbüro darin sein Aktenarchiv. Nun wird körperlich gearbeitet.

Andrea Grüner und ihre Schülerinnen haben den Tanzraum sanft terrakottafarben dekoriert, Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Tanzprofis an die Wand gehängt. Zwei ihrer Schülerinnen und sie unterrichten Tanz und Kastagnettenspiel ab dem Kleinkindalter. Außerdem geben zwei Spanisch-Dozentinnen und eine Fitnesstrainerin Kurse. Sie könnten mal Tapas-Kochabende anbieten, überlegt die Chefin, oder Filmtreffs.

Als die zierliche, hellhäutige Frau («Ich sehe völlig unspanisch aus und brauche gar nicht zu versuchen, das zu ändern») 1985 ihren ersten Unterricht nahm, war Flamenco in Nürnberg so exotisch, dass man ihn nur ab und zu in spanischen Kellerkneipen zu hören bekam. Da hatte Andrea Grüner gerade ihren Industriekauffrau-Job aufgegeben, fuhr zum Geldverdienen Taxi und wusste: Das, nur das macht mir wirklich Spaß.

Der berühmte «Carmen»-Kinofilm von Carlos Saura hatte sie elektrisiert. Seit 1991 gibt sie selbst Unterricht, in verschiedenen Tanzschulen der Region, mal für Ballettprofis, mal für «Carmen»-Opernsängerinnen. Unter dem Künstlernamen «La Rubia» (Die Blonde) tritt sie auf. Flamenco wurde ihr «gelebter Traum».

Heute ist Flamenco weltweit als Tanzsportart anerkannt. Auch in Franken hat sich die Tanzszene verdichtet, und die andalusischen Fliesen konnte Andrea Grüner in einem Nürnberger Baumarkt finden. Flamenco, sagt sie, hat viel mehr zu bieten als Klischees von «Glutaugen» und «rassigem Temperament». «Frauen können dabei ihre Weiblichkeit ausleben, Männer ihre Männlichkeit.» Und alle können ihre Alltagssorgen beiseitetreten, indem sie mit den Füßen Musik machen. Grüners jüngste Schülerin ist zehn Jahre alt, die älteste 70.

Am Samstag, 22. September, hat «Aire Flamenco» von 15 bis 19 Uhr Tag der offenen Tür, mit Gesprächen, Tanzvorführungen und etwas Sherry.

Aire Flamenco, Hintermayrstr. 28 (Hinterhaus), Kontakt: 6 88 77 07 und www.aire-flamenco.de

Isabel Lauer

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