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NN-Redakteur speckte beim FCN erfolgreich ab

Timo Schickler verlor 29,8 Kilo und fand außerdem 19 neue Freunde - 06.04.2018 10:30 Uhr

Ein Termin, der sein Leben verändert hat: NN-Redakteur Timo Schickler (Mitte) hat zusammen mit dem 1. FC Nürnberg und anderen (X)XL-Fans fast 30 Kilo abgenommen. © Horst Linke


6372 Komplimente, 2484 Schulterklopfer, 1453 erstaunte Blicke, je nach Schnitt ein bis zwei X vor dem L im Etikett des T-Shirts weniger, zwei Hosengrößen kleiner, ein neue, wenn auch am Ende unglückliche Liebe, ein neues Verhältnis zum Essen, ein anderes Selbstbewusstsein. Und vor allem: ein neues Lebensgefühl.

All das ist das Ergebnis eines Nachmittags im Februar 2017, an dem ich einen Termin wahrnehme. Ein Pressegespräch, wie ich schon Hunderte erlebt habe. "Das ist doch was für dich", hatte es in unserer Konferenz geheißen. Natürlich, es ging schließlich um den 1. FC Nürnberg und um seine (zu) dicken Fans - gleich zwei meiner Baustellen. Im Frühjahr 2017 entschließt sich der Club, seine (X)XL-Fans abspecken zu lassen und will die Medien darüber informieren. Im Pressekonferenzraum des 1. FCN sitzen die üblichen Verdächtigen. Die nicht unbedingt sportaffine Zeitungskollegin, eine junge Frau vom Radio und ein Fernsehteam, das sich, wie so oft, mit Fragen zurückhält, bis es jemandem ein Mikrofon unter die Nase halten kann.

Also frage nur ich. Was verspricht sich der Club von der Aktion "Fußballfans im Training"? Wie ist der Ablauf? Wer darf mitmachen? Die alles entscheidende Frage aber kommt nicht von mir, sondern von Thomas Brunner, FCN-Legende, Rekordnationalspieler — und Trainer der (X)XL-Clubberer. Er will etwas von mir wissen: "Willst du nicht mitmachen?" Was ich nicht ahne: Mein Ja verändert mein Leben. Oder wie es der Fotograf beim Treffen nach einem Jahr formuliert: "Das ist die Leistung deines Lebens." Er meint die 29,8 Kilogramm, die ich heute weniger auf die Waage bringe. Die genauso viel wert sind wie die verloreren 23 Zentimeter Bauchumfang und der nicht mehr erhöhte Blutdruck.

Das sind nackte Zahlen, wichtig für meine Gesundheit. Kopf und Herz aber spüren viel mehr. Das ehrliche Lob von vielen, teilweise unbekannten Menschen, ist mindestens so viel wert - genauso wie die Tatsache, sich im eigenen Körper endlich wohler zu fühlen. Natürlich habe ich mir auch vorher gesagt, dass es mir gutgeht. Heute weiß ich: Ich habe mich angelogen, zumindest ein Stück weit.

Dass ich das nicht mehr tun muss, verdanke ich vielen Menschen, Familie, Freunden, Kollegen, die mich unterstützt haben. Vor allem aber den 19 Mann, die diesen Weg mitgegangen sind - und weiter mit mir gehen. Aus Weggefährten sind längst Freunde geworden.

Der Klassiker: vorher und nachher, zwischen beiden Bildern liegen 29,8 Kilo. © Michael Matejka, Horst Linke


Freunde, die sich noch immer mittwochs treffen, die neu gewonnene Lust an der Bewegung teilen. Und dabei nicht nur über den Club, sondern auch über die Höhen und Tiefen des Abnehmens sprechen. Denn auch für mich ging es auf der Waage nicht immer abwärts. Feiertage, Liebeskummer, Arbeitsstress - die Gefahr, mal wieder mehr zu essen und ein paar Kilos draufzupacken, bleibt. Der Mittwoch und das Training mit den Jungs aber auch. 

Timo Schickler Lokalredaktion Nürnberg E-Mail

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