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Nordanbindung: Gegner-Bündnis fordert Streichung des Projekts

Bündnis "Nein zur Flughafen-Nordanbindung" will das Thema vom Tisch haben - 07.01.2016 14:26 Uhr

Immer wieder wird die Flughafen-Nordanbindung diskutiert. Das Gegner-Bündnis fordert eine endgültige Streichung des Verkehrsprojekts. © dpa


Im bestehenden Plan ist die Nordanbindung der Autobahn an den Nürnberger Airport noch enthalten; allerdings muss der Bundestag das Konzept zeitnah überarbeiten und neu darüber beschließen. Das Bündnis hofft nun, dass die Nordanbindung keine Berücksichtigung mehr findet.

Momentan könnte das Projekt ohnehin nicht realisiert werden, weil das Flughafengelände an vier Stellen mit der Chemikaliengruppe PFT (Per- und Polyfluorierte Tenside) belastet ist. Nachdem der Flughafen im vergangenen Herbst bekannt gegeben hatte, dass das Sanierungsverfahren nun vom Test- in den Regelbetrieb übergehen kann, mahnten einige CSU-Vertreter rasch an, nun auch die Nordanbindung wieder auf die Agenda zu setzen.

Diese Reaktionen seien reflexartig gewesen, aber nicht reflektiert, hielt Roland Warten vom Bündnis „Nein zur Nordanbindung“ bei einer Pressekonferenz  dagegen. „Man sollte die Fakten zur Kenntnis nehmen statt neue Wunschzettel zu produzieren“, sagte Wartens Mitstreiterin Christine Seer. Zu diesen Fakten gehöre, dass mit dem neuen Verfahren lediglich das Grundwasser gereinigt werden könne, nicht jedoch das Erdreich. Zudem gebe es nach wie vor kein Baurecht, weil der Planfeststellungsbeschluss (und das ist die Baugenehmigung) aussagt, dass Bau und PFC-Belastung sich nicht mehr beeinflussen dürften, führte Rechtsanwalt Bernd Söhnlein aus.

Vor einem Bau müsste auch noch über eine Klage des Bund Naturschutz gegen das Projekt entschieden werden. Und nicht zuletzt erinnerten die Bündnis-Vertreter an den Stadtratsbeschluss vom Juni 2014, in dem sich die Mehrheit des Nürnberger Kommunalparlamentes - gegen die Stimmen von CSU und FDP -  dafür ausgesprochen hatte, die Pläne für die Nordanbindung nicht mehr weiterzuverfolgen.

Gleichwohl ploppt das Thema „wie ein Springteufelchen“ immer wieder auf, sagte Warten. Geht es nach dem Bündnis, bleibt der Teufel künftig in der Kiste.

Marco Puschner

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