Nun ist es offiziell: Der Reichelsdorfer Keller schließt

12.11.2018, 10:32 Uhr
In gemütlicher Atmosphäre tanzen - und das an vier bis fünf Tagen pro Woche, das war das Konzept des beliebten Tanzlokals Reichelsdorfer Keller.

In gemütlicher Atmosphäre tanzen - und das an vier bis fünf Tagen pro Woche, das war das Konzept des beliebten Tanzlokals Reichelsdorfer Keller. © Günter Distler

Wehmütig klingt Ralf Beyer, Inhaber des Tanzlokales Reichelsdorfer Keller, nicht. Aber das ist auch viel verlangt, wenn beim Telefongespräch mit der Lokalredaktion das zweite Telefon klingelt und der Abend vorbereitet werden muss. Das Geschäft ist noch in vollem Gange.

Stattdessen ist ein wenig Erleichterung spürbar: "Für unsere Gäste ist das keine Überraschung", sagt Beyer, "schließlich spielen wir mit offenen Karten und sagen seit fünf Jahren, dass mal Schluss sein wird."

Dieser Zeitpunkt ist jetzt gekommen. 55 wird Beyer im nächsten Jahr und diese Zahl markiert für ihn eine magische Grenze. "Ich war dann seit 38 Jahren in der Gastronomie tätig, 25 Jahre davon hier im , irgendwann ist es gut." Dazu kommt, dass der Verwaltungsaufwand in den vergangenen Jahren immer größer geworden sei. Und: "Die Kosten stiegen, aber der Ertrag bleibt gleich."

Käufer ist schon gefunden

Das Tanzlokal mit Livemusik, das zwar Reichelsdorfer Keller heißt, aber eigentlich Katzwang zugeordnet ist, ist in Nürnberg ein Begriff. Seit 1950 besteht es. Nun hat Familie Beyer das Areal im Süden Nürnbergs mit einer Fläche von rund 12.000 Quadratmetern veräußert. Eine aufwendige Suche, wie Beyer sagt, die nun zu seiner Zufriedenheit abgeschlossen sei.

Käufer ist die Bouwfonds Property Development (BPD), die eine Niederlassung in Nürnberg betreibt. Die BPD ist ein Unternehmen eines internationalen Finanzdienstleister mit niederländischen Wurzeln und genossenschaftlicher Tradition.

Wie Beyer betont, habe damit nicht unbedingt der Meistbietende den Zuschlag erhalten. "Die Philosophie von BPD kam uns entgegen." Es gehe nicht darum, den Boden so weit wie möglich auszufüllen, sondern durch luftige Bauweise den Baumbestand nach Kräften zu erhalten.

Bis März darf noch getanzt werden. Nach dem Abbruch des Bestandsgebäudes sollen dann 90 Eigentumswohnungen auf dem Grundstück realisiert werden. Mit der Planung wurde das Büro "querwärts Architekten" aus Nürnberg beauftragt, mit dem BPD bereits das derzeit im Bau befindliche Projekt "Casa Verde" in Stein mit 62 Wohnungen realisiert.

Auch wenn für Ralf Beyer dann ein neuer Abschnitt beginnt - der Wohnort bleibt: Er hat sich bereits eine Wohnung in dem vermutlich 2022 fertiggestellten Neubau gesichert. Tanzfreunde müssen sich allerdings etwas Neues suchen. Und wer sich Erinnerungsstücke sichern will, wird dazu Gelegenheit bekommen. Zum Ende hin will Beyer das Inventar unter die Leute bringen.

11 Kommentare