Bislang nur wenige Fälle

Nürnberg: Der Eichenprozessionsspinner ist wieder da

17.6.2021, 17:11 Uhr
Kein schöner Anblick: Raupen des Eichenprozessionsspinners in ihren Gespinstnestern.

Kein schöner Anblick: Raupen des Eichenprozessionsspinners in ihren Gespinstnestern. © Roland-Gilbert Huber-Altjohann, NNZ

Auf städtischem Grund ist der Servicebetrieb Öffentlicher Raum (Sör) zuständig für befallene Eichen. In Nürnberg sind in diesem Jahr bislang nur neun Meldungen eingegangen. Sör-Sprecher André Winkel berichtet: "Im Vorjahreszeitraum hatten wir da schon 24 Meldungen."

Doch warum ist das Stadtgebiet bislang vom Eichenprozessionsspinner verschont geblieben? Pressesprecher Winkel antwortet: "Das ist nicht unüblich. Bei Insektenpopulationen gibt es immer wieder gewisse Wellenbewegungen." Er vermutet, dass das relative kühle Frühjahr auch seinen Anteil an dieser Entwicklung hatte. Dies bestätigt auch das Umweltbundesamt, das zu diesem Thema auf seiner Homepage schreibt: "Häufig ist ein Zusammenbruch der Populationen auf kältere Klimaperioden zurückzuführen."

Ein unscheinbarer Falter

Der Eichenprozessionsspinner ist ein unscheinbarer Nachtfalter. Im Raupenstadium fällt das Tier dagegen auf: Im Mai oder Juni tauchen die Raupen an Eichen auf und sind in größeren Gruppen, quasi wie in einer Prozession, unterwegs. Mitte Juni ziehen sich die älteren Raupen in Gespinstnester am Baum zurück und gehen von dort auf Nahrungssuche, die Verpuppung beginnt ab Ende Juni.

Die Raupen sind Schädlinge, weil sie die Blätter der Eichen kahl fressen. Außerdem können die Brennhaare der Raupe, die das Gift Thaumetoporin enthalten, heftige Reaktionen bei Menschen und Tieren auslösen. Auch durch die Luft fliegende Brennhaare können zu Beschwerden führen, zudem befinden sich diese Haare an den Nestern der Raupen am Baum.

Juckreiz und Fieber

Juckreiz, Atemnot, Quaddeln oder andere Entzündungsreaktionen der Haut, Schwindel, Fieber bis hin zum allergischen Schock: All diese Reaktionen sind beim Menschen durch Kontakt mit den feinen Härchen möglich. "Da gibt es nichts zu beschönigen", meint auch Sör-Sprecher Winkel.

Wie kann man sich schützen? Das Gesundheitsamt der Stadt rät: Die Raupen und Gespinste sollten nicht angefasst werden. Befallene Eichen sollten gemieden werden. Hautbereiche wie Nacken, Hals und Unterarme sollten bei empfindlichen Personen durch Kleidung geschützt werden. Nach möglichem Kontakt ist ein sofortiger Kleiderwechsel und ein Duschbad mit Haarwäsche zu empfehlen.


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Die Stadt lässt auf öffentlichem Grund die Nester der Raupen entfernen. So werden die Nester zunächst abgeflammt, damit sie sich leichter vom Baum entfernen lassen. Anschließend werden sie abgesaugt beziehungsweise abgeschabt. Das ist eine mühsame Aufgabe, doch sagt Sör-Sprecher André Winkel: "Es hat sich bewährt." Die Stadt verzichte bewusst auf den Einsatz von Insektiziden - denn damit würde man auch anderen Tieren schaden.


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Wer befallene Eichen auf städtischem Grund entdeckt, der kann sich an das Sör-Servicetelefon unter der Rufnummer 231 76 37 wenden. Grundstückseigentümer mit Eichenbestand, die einen Befall vermuten, erhalten ebenfalls am Sör-Servicetelefon Rat zur Erkennung und Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners.

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