Nürnberg: Fahrradstraßen warten auf grünes Licht

27.6.2018, 15:08 Uhr
Fahrradstraßen sollen den Verkehrsteilnehmern das Radeln schmackhafter machen und sie dazu bewegen, das Auto öfter mal stehen zu lassen.

Fahrradstraßen sollen den Verkehrsteilnehmern das Radeln schmackhafter machen und sie dazu bewegen, das Auto öfter mal stehen zu lassen. © Uli Deck

"Fahrradstraßen sehen wir als eine Möglichkeit, das Radfahren in Nebenstraßen attraktiver zu machen und die Nutzung des Fahrrads mehr ins Bewusstsein der Bürger zu bringen", schreibt Jens Ott, der Vorsitzende des ADFC-Kreisverbands Nürnberg. Das vorliegende Konzept der Stadt könne aber nur ein erster Schritt sein, findet er, weil damit zumeist keine zusammenhängenden Radrouten geschaffen würden. Trotzdem sieht er das Vorhaben positiv: "Da in der Bevölkerung die Bedeutung von Fahrradstraßen noch weitestgehend unbekannt ist, ist es richtig, diese in einer ersten Stufe über das Stadtgebiet verteilt in relativ unkritischen Straßenzügen zum Einsatz zu bringen."

Entscheidend für den Erfolg einer Fahrradstraße sei aber "die nachgeordnete Bedeutung für den motorisierten Verkehr", schreibt der ADFC-Vorsitzende weiter. "Eine Straße mit hohem Kfz-Durchgangsverkehr und behindernd parkenden Kfz wird nicht als Fahrradstraße wahrgenommen. Dies zeigen die Erfahrungen aus anderen Städten." Es gehe nicht darum, fügt Ott hinzu, den Kfz-Verkehr auszusperren: Durchgangsverkehr könne beispielsweise mit Hilfe intelligenter Schleifenlösungen vermieden werden.

Als Schritt in die richtige Richtung bezeichnet der ADFC auch die Ankündigung von SPD, CSU und Grünen, den Radverkehrsetat der Stadt auf 3,5 Millionen Euro zu erhöhen und jeweils eine zusätzliche Stelle im Verkehrsplanungsamt und bei SÖR zu schaffen.

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