Nürnberg: Fitness im Freien wird gut genutzt, aber kaum gefördert

3.2.2021, 10:43 Uhr
Hier kann kann jeder kostenlos Sport treiben: in den Bewegungsparks der Stadt, zum Beispiel am Wöhrder See.

Hier kann kann jeder kostenlos Sport treiben: in den Bewegungsparks der Stadt, zum Beispiel am Wöhrder See. © Stadt Nürnberg – SportService, NNZ

Nürnbergs größtes Sportstudio steht unter freiem Himmel und ist über die ganze Stadt verteilt. In Eibach balancieren Sportler über einen Holzbalken oder halten das Gleichgewicht auf dem wackligen Hocker. In Reichelsdorf strampeln Trainierende auf dem Crosstrainer oder schwitzen auf der Sit-up-Bank. Und in den Pegnitzauen heißt es im Fitnesszirkel: Bauch, Beine, Arme.

Sieben Bewegungsparks in Nürnberg

So ziemlich jeder Muskel lässt sich in den sieben Bewegungsparks der Stadt trainieren, egal ob auf der neuen Anlage am Wöhrder See oder am vor 15 Jahren eröffneten generationenübergreifenden Spielplatz in Eibach. Jeder Bewegungspark hat etwas unterschiedliche Geräte, überall aber lassen sich Ausdauer und Gleichgewicht trainieren.


Fit im Lockdown: So treibt Nürnberg Sport


Jedes Jahr vom Frühsommer bis zum Herbst sogar gemeinsam. Dann nämlich heißt es: "Mach mit - bleib fit". Seit 2014 gibt es das Sportangebot, das der SportService der Stadt organisiert. Und das in dieser Zeit eine Erfolgsgeschichte erlebt hat. Im ersten Jahr ist das Projekt an drei Standorten mit einem einzigen Verein, dem Post SV, gestartet. Heute "hat sich das Angebot auf insgesamt sechs Standorte und acht Vereine ausgeweitet", zählt Peter Pinzer auf. Er ist beim Sportservice für das Mitmach-Angebot zuständig.

Bis zu 40 Teilnehmer pro Stunde

Inzwischen wird häufiger trainiert. "Statt wie anfangs von Mai bis Ende Juli läuft die Aktion inzwischen bis Ende September", sagt Pinzer. Und das nicht nur vormittags, sondern auch am Nachmittag und Abend. In der Summe heißt das: Inzwischen finden pro Woche neun kostenlose Sportstunden im Freien statt.

Die kommen an, besser denn je sogar. Bis zu 40 Teilnehmer schwitzen in den Parks gemeinsam. Auch im vergangenen Jahr, Corona zum Trotz. Obwohl der Sportservice wegen der Pandemie erst Mitte Juni "Mach mit - bleib fit" gestartet hat, haben am Ende 2000 Nürnberger mitgemacht. So viel wie im Jahr zuvor, obwohl 50 Stunden weniger stattgefunden haben. "Insgesamt war die Aktion noch erfolgreicher als die Jahre zuvor", sagt Peter Pinzer.

Die Mitarbeiter im SportService hatten damit gerechnet, dass sich die Menschen nach dem Lockdown im Frühjahr danach sehnen, zumindest draußen Sport zu treiben. Auch deshalb haben Pinzer und die anderen Mitarbeiter alles daran gesetzt, die Aktion zu starten. "Dass der Zulauf so groß sein würde, hatten wir allerdings nicht ganz erwartet, freuen uns aber sehr darüber", sagt er. Auch weil es zeige, dass das Angebot den Nerv der Zeit trifft und wie wichtig die Bewegungs- und Gesundheitsförderung ist.

Sponsoren dringend gesucht

Und doch muss Pinzer auch dieses Jahr wieder um das Sportangebot kämpfen. Denn, wie schon 2020, bremst nicht nur Corona den SportService aus. Sondern die Mittel. Die sind knapp. 10.000 Euro kostet das Sportprogramm, für das engagierte Vereine wie der Post SV, der VfL Nürnberg, der TV Reichelsdorf und mehr die Übungsleiter stellen.

Die aber müssen für die Stunden bezahlt werden. Einen Teil davon übernimmt seit fünf Jahren die Stadt, "der andere Teil muss durch Sponsorengelder finanziert werden", sagt Pinzer. Ein Grundstock sei also vorhanden, ohne genügend Sponsorengelder aber wird aus der Aktion nichts.

Von Frühsommer bis Herbst heißt es hier für jüngere und ältere Sportler: 

Von Frühsommer bis Herbst heißt es hier für jüngere und ältere Sportler: "Mach mit - bleib fit". © Stadt Nürnberg – SportService, NNZ

Schon vergangenes Jahr stand das Mitmachangebot auf der Kippe, erst "auf die letzte Sekunde und gerade so" habe man die Mittel beisammen gehabt. Die Planungen und die Organisation für 2021 haben bereits begonnen, "wir möchten die Aktion gerne weiterführen, auch wenn die Finanzierung noch nicht gesichert ist".

Vielleicht hilft der große Zulauf aus dem vergangenen Jahr. "Sicherlich ist die Aktion dadurch noch bekannter geworden", sagt Pinzer. Er hofft, dass die Begeisterung auch in Zukunft anhält, er kann sich sogar vorstellen, das Angebot weiter auszubauen, wenn der Bedarf da ist. Das wichtigere Ziel ist schließlich, "den Bekanntheitsgrads der Bewegungsparks für alle Generationen zu erhöhen und die Menschen an einen aktiveren, gesundheitsbewussteren Lebensstil heranzuführen".

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