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Nürnberg: Interaktives Kunstwerk

Auf dem Weg zur Kulturhauptstadt: Hotel "Drei Raben" befragt Gäste - 14.06.2019 15:40 Uhr

Hotel-Chefin Daniela Hüttinger erklärt einem Gast, wie das interaktive Faden-Kunstwerk funktioniert. © Foto: Elisawet Hesse


Zumindest legt das die ungewöhnliche Befragung nahe, die seit rund einem Monat im Innenstadt-Hotel Drei Raben läuft. In der Lobby des Hotels in der Königstraße werden die Gäste um ihre Meinung zu Nürnberg, seiner kulturellen und
ideellen Bedeutung für Europa gebeten – vor und nach ihrem Aufenthalt. Sie sollen aber keinen Fragebogen ausfüllen oder einem Interviewer Rede und Antwort stehen, sondern sich spielerisch betätigen, indem sie Fäden von einem hölzernen Antwortschildchen zum nächsten ziehen und dabei auch Auskünfte über sich selbst, ihre Herkunft etwa oder ihre Reisegründe, geben.

Hotel-Chefin Daniela Hüttinger möchte mit diesem dekorativen, durchscheinenden Faden-Kunstwerk einen Beitrag leisten zu Nürnbergs Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas 2025, indem sie die externe Sicht der Gäste auf Nürnberg abfragt und in den Mittelpunkt stellt. "Viele spielen gerne mit", sagt Hüttinger.

Bereits nach wenigen Wochen deuten sich durch dickere oder dünnere Fadenbahnen Tendenzen und Meinungsstränge an: Die Straße der Menschenrechte zum Beispiel ist für viele der Befragten der Ort, der Europa in Nürnberg repräsentiert. Das Bild von Nürnberg, das ein Großteil der Leute vor dem Besuch hat, ist das einer mittelalterlichen Stadt. Auf die Frage, wo in Nürnberg sie hingehen möchten, nannten bislang folgerichtig die meisten die Altstadt mit der Kaiserburg und den Kirchen. Eher wenig wurden bisher die Museen mit den "Meinungs-Fäden" verknüpft. Sie scheinen weder Reisegrund noch besonderes Highlight für die Besucher zu sein.

Was ihnen am wenigsten gefallen hat, werden die Menschen übrigens auch gefragt. Viele überspringen diese Frage aber und ziehen ihren Faden einfach weiter zum nächsten Thema.  

BIRGIT RUF

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