Streit unter Männern eskalierte

Nürnberg: Mordkommission ermittelt nach Messerstecherei in Obdachlosenunterkunft

14.1.2022, 12:37 Uhr
In einer Obdachlosenunterkunft in Gostenhof haben sich zwei Männer mit einem Messer attackiert.

In einer Obdachlosenunterkunft in Gostenhof haben sich zwei Männer mit einem Messer attackiert. © Eduard Weigert

In einer Obdachlosenunterkunft im Stadtteil Gostenhof kam es am Donnerstagabend, 13. Januar, zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen zwei Männern. Weil die beiden Beteiligten sich gegenseitig mit einem Messer verletzt haben sollen, hat die Mordkommission der Nürnberger Kriminalpolizei die Ermittlungen zum Tatgeschehen übernommen.

Gegen 20.30 Uhr waren bei der Integrierten Leitstelle Nürnberg über den Notruf zwei verletzte Männer nach einer Auseinandersetzung in einer Obdachlosenunterkunft an der Gostenhofer Hauptstraße gemeldet worden. Neben dem Rettungsdienst rückten daraufhin auch mehrere Streifen der Polizei an.

Bereits vor dem Anwesen trafen die Einsatzkräfte auf einen 36-jährigen Mann mit einer blutenden Halsverletzung. Den zweiten Beteiligten der Auseinandersetzung, einen 58-Jährigen, nahmen Beamte des Unterstützungskommandos Mittelfranken (USK) kurz darauf in der Unterkunft fest. Zwischen den beiden Männern war es offenbar zuvor in der Obdachlosenunterkunft zu einem Streit gekommen.

Diverse Schnittverletzungen

Derzeit geht die Polizei davon aus, dass sich die beiden Männer im Verlauf der daraus resultierenden tätlichen Auseinandersetzung gegenseitig mit einem Messer verletzt haben. Neben der Halsverletzung des 36-Jährigen wies auch der 58-jährige Beteiligte diverse Schnittverletzungen im Gesicht auf. Zum Geschehensablauf machten die beiden Männer widersprüchliche Angaben.

Nachdem Beamte des Kriminaldauerdienstes Mittelfranken zunächst die ersten Maßnahmen am Tatort durchgeführt hatten, übernahm zwischenzeitlich die Mordkommission der Nürnberger Kriminalpolizei die Ermittlungen zum Tatgeschehen. Aktuell wird dem 58-jährigen Tatverdächtigen aufgrund des mutmaßlichen Messerangriffs gegen den Hals seines Kontrahenten versuchter Totschlag vorgeworfen. Der 36-jährige Beteiligte muss sich wiederum wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung verantworten.

Tatmesser sichergestellt

Um Spuren sichern zu können, versiegelte die Polizei die Zimmer der beiden Tatverdächtigen in der Obdachlosenunterkunft. Das mutmaßliche Tatmesser konnte im Zuge der Ermittlungen bereits sichergestellt werden. Bei den beiden Tatverdächtigen ließ die Kriminalpolizei außerdem eine Blutentnahme durchführen.

Aufgrund seiner Verletzungen musste der 36-jährige Beteiligte in ein Krankenhaus gebracht werden, wo er auch am Freitag versorgt wurde. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth stellte gegen den 58-jährigen Tatverdächtigen Haftantrag. Er sollte am Freitag einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.


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