Freitag, 05.03.2021

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Nürnberg: Randalierer stirbt nach Polizeieinsatz mit Taser

43-Jähriger war nach einer Injektion kollabiert - 23.10.2018 16:41 Uhr

Anwohner des Hauses im Wilhelm-Beyer-Weg alarmierten am Montag gegen 20.30 Uhr die Polizei und meldeten einen randalierenden Mieter in der dritten Etage. Nach Eintreffen einer Polizeistreife beruhigte sich die Lage zunächst — doch dann wurde der 43-Jährige wieder aggressiver und drohte mehrfach mit einem Sprung vom Laubengang des Hauses. Der Mann bedrohte dabei die Beamten und zerstörte Blumenkästen. In der Zwischenzeit erhielten die Beamten Hinweise, dass der 43-Jährige unter Drogeneinfluss stehe. Daraufhin wurden Spezialeinheiten der Polizei sowie speziell geschulte Beamte alarmiert. Auch die Berufsfeuerwehr rückte an und baute vorsorglich mehrere Sprungkissen auf. Nach Mitteilung der Polizei konnten Beamte den Mann schließlich von der Brüstung ziehen und festhalten. Dabei kam auch eine Elektroschockpistole, ein sogenannter Taser, zum Einsatz.

Der Mann habe sich im weiteren Verlauf sehr aggressiv verhalten und erheblichen Widerstand geleistet. Von einem herbeigerufenen Notarzt wurde er dann mit einer Injektion ruhiggestellt. Nach Angaben der Polizei kollabierte der 43-Jährige "aus noch unbekannten Gründen" wenig später. Er musste daraufhin vor Ort intensivmedizinisch behandelt werden. Der Notarzt veranlasste die Einlieferung ins Krankenhaus: Dort verstarb der Mann wenig später.

Hat der Taser den Tod des Mannes mitverursacht? Polizeisprecher Bert Rauenbusch zur Redaktion: "Wir wissen es nicht und müssen das jetzt noch klären." Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth hat bereits die Obduktion angeordnet.

Der Einsatz von Tasern durch die Polizei ist umstritten. Bei einem Taser-Einsatz schießt der Polizist aus einer Distanz von drei bis fünf Metern mit Draht verbundene Pfeile ab. Der Pfeil dringt etwa einen Zentimeter tief in die Haut ein. Über ihn wird ein Stromimpuls mit hoher Spannung abgegeben, der auf Nerven und Muskeln wirkt. Bayerns Grüne kritisierten, dass die gesundheitlichen Risiken der Stromschläge noch unzureichend untersucht seien.


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Der Artikel wurde am 23. Oktober um 16.19 Uhr aktualisiert

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