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Nürnberg: Rote Karte für Speisefett-Container in der Stadt

Kommune hält Wertstoffhöfe für privaten Müll für ausreichend - 07.05.2021 16:39 Uhr

Die Stadt Fürth will das Angebot von Sammelcontainern für private Speisefett- und -ölreste in der Stadt ausbauen. Nürnberg fängt erst gar nicht damit an.  

22.03.2021 © Hans-Joachim Winckler


Das Fett aus der Fritteuse, in dem die Pommes brutzelten, das Öl, in dem die Antipasti serviert worden waren - nach der Zubereitung gelangen diese Reste aus der heimischen Küche auch in der Spüle und damit in der Kanalisation.

Ablagerungen entstehen

"Dort führen sie zu teilweise schwerwiegenden Verstopfungen in Abwasserleitungen und müssen dann häufig mit hohem Aufwand und viel Frischwasser frei gespült werden. Im weiteren Verlauf erzeugen Fettablagerungen in Kläranlagen hohe Kosten“, wie der umweltpolitische Sprecher der Nürnberger SPD-Stadtratsfraktion Gerhard Groh sagt.


Andere Kommunen machen mit


Dabei geht es auch anders, wie weitere Städte in der Region beweisen. In Erlangen etwa stehen bereits seit 2018 vier Sammelbehälter im öffentlichen Raum. Vorausgegangen war von 2018 bis 2020 das vom Bund geförderte Pilotprojekt "Jeder Tropfen zählt“. Auch in Fürth soll dieses Angebot für die Bürger auch nach Auslaufen der Förderung weiterhin bestehen bleiben - mehr noch: dort sollen einmal flächendeckend Haushalte einen geruchsdichten Sammelbehälter zum Abfüllen erhalten, die die Bürger dann an den verschiedenen Sammelstellen in der Stadt abliefern können.

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Eine Idee, die sich Groh gut auch für Nürnberg vorstellen könnte und nun einen entsprechenden Antrag gestellt hat: Die Stadt solle diese Möglichkeit prüfen - zum einen, um das beanspruchte Abwassersystem zu entlasten und zum anderen im Dienste „nachhaltiger Recyclingerfolge“. Denn bei diesem Angebot geht es auch um den Aspekt Klimaschutz: Die alten Fette und Öle werden zum Recycling für Biodiesel verwendet.

Doch während die Stadt Fürth auf Bundesmittel eines Förderprogramms wartet, um dieses bei den Bürgern beliebte und vor allem gut angenommene Angebot weiter ausbauen zu können, sieht man die Notwendigkeit solcher Sammelstellen in Nürnberg nicht.

180-Liter-Tonnen

Denn in Nürnberg werden bereits seit 1989 auf den Wertstoffhöfen Altfette und Öle aus Haushalten getrennt gesammelt. „Dazu stehen den Bürgern auf jedem Wertstoffhof vier 180 Liter-Tonnen in Gelb zur Verfügung, in die das zuhause angefallene Altfett problemlos aus dem eigenen Behälter eingegeben werden kann“, wie die Sprecherin des Abfallwirtschaftsbetrieb Stadt Nürnberg (ASN), Karin Speidel, sagt.

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Seien die großen Sammeltonnen gefüllt, erfolge eine Vollmeldung bei der Entsorgerfirma, die die Behälter dicht verschließt, verlädt und im Austausch vier saubere Tonnen bereitstelle, so Speidel weiter. „Diese Altspeisefettsammlung hat sich seit Jahren etabliert und wird von den Wertstoffhofbesuchern sehr gut angenommen. Allein im Jahr 2020 wurden über die sechs Wertstoffhöfe fast 7000 Kilogramm Altfett gesammelt und zur Verwertung übergeben.“ Die Notwendigkeit für die Schaffung eines zusätzlichen Automatensystems analog des Pilotprojektes sehe man nicht, so Speidel.

Platz als Problem?

Zu bedenken sei zudem bei einer Aufstellung im öffentlichen Raum auch die Platzproblematik in einer Großstadt. „Nicht zu unterschätzen ist bei nicht personalbetreuten Sammelsystemen der unsachgemäße Umgang, das Einfüllen nicht erlaubter Substanzen wie Motoröle, wilde Ablagerungen um den Container oder das Ausbringen von Öl neben die Container.“

Erfahrungen, die man in Fürth nur vereinzelt gemacht hat, wenn etwa jemand sein altes Fett in einem fremden Behälter neben dem Container stehen gelassen hat. Denn der nimmt nun mal nur die ausgegebenen Kunststoffflaschen.


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