Nürnberger Altstadt: Parken nur mit Ausweis oder Ticket

3.5.2021, 13:25 Uhr
In der Altstadt wird die Parkraumbewirtschaftung umgesetzt. Kostenloses Dauerparken wird damit erschwert.

In der Altstadt wird die Parkraumbewirtschaftung umgesetzt. Kostenloses Dauerparken wird damit erschwert. © Christine Dierenbach/Stadt Nürnberg

Bereits im Dezember 2018 hat der Verkehrsausschuss des Stadtrats die Umstellung der Parkraumbewirtschaftung in der Altstadt beschlossen. Ab dem heutigen Montag, 3. Mai 2021, wird dieser Beschluss nun weiter umgesetzt. Im Dezember 2020 erfolgte zunächst die Umstellung im Bewohnerparkgebiet B, dem Burgviertel. Nun geht es im Bewohnerparkgebiet C in der nordöstlichen Altstadt weiter, teilt die Stadt Nürnberg mit. Bis Ende 2021 soll die Umstellung schrittweise auch in den weiteren Bewohnerparkgebieten der Altstadt (A, D1, D2, D4) realisiert werden, so die Verwaltung.

Die gute Nachricht für die Altstadtbewohner: Die bestehenden Bewohnerparkplätze bleiben in der Summe erhalten. Die Regelungszeit wird, wie oft gefordert, auf den Zeitraum Montag bis Sonntag, 8 bis 22 Uhr, ausgeweitet. Alle bisher kostenfreien Parkplätze werden in Zukunft nach dem Mischprinzip bewirtschaftet. Auf diesen ist jedem das Parken gegen Gebühr für die beschilderte Höchstparkdauer, maximal vier Stunden, erlaubt. Anwohnende mit gültigem Bewohnerparkausweis dürfen hier nun zusätzlich kostenfrei und unbegrenzt parken.


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Die bisher schon vorhandenen kostenpflichtigen Kurzzeitparkplätze bleiben bestehen. Hier müssen auch Anwohnerinnen und Anwohner, wie alle anderen Besucher, Parkgebühren bezahlen. Alle weiteren Sonderparkplätze (Behindertenstellplätze, Taxi, eingeschränkte Halteverbotszonen beziehungsweise Ladezonen) bleiben ebenfalls erhalten.

„Im Ergebnis wird sich die Chance auf einen Parkplatz in der Altstadt für Anwohnende mit Bewohnerparkausweis erhöhen. Das kostenfreie Dauerparken im öffentlichen Raum von Nicht-Bewohnern wird in Zukunft jedoch nicht mehr möglich sein. Damit haben auch Kunden, die nur für kürzere Erledigungen einen Parkplatz benötigen, eine höhere Chance auf einen kostenpflichtigen Stellplatz“, so die Stadt Nürnberg, die auch auf die große Anzahl an weiteren Stellplätzen in den Parkhäusern der Altstadt hinweist. Sie appelliert auch an alle, auf alternative Verkehrsmittel umzusteigen: „Als entspannter Weg in die Innenstadt bietet sich zudem die Nutzung des öffentlichen Verkehrs oder auch des Fahrrads an“, so die Stadt.


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„Die Erfahrungen mit der bereits abgeschlossenen Umstellung im Burgviertel sind überwiegend positiv. Weniger Parksuchverkehr bedeutet weniger Belastungen für Anwohnende und Besucherinnen und Besucher“, zieht Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich Bilanz.

Plätze sollen attraktiver werden

Nach dem Stadtratsbeschluss ist an die Umstellung der Parkraumbewirtschaftung die Umgestaltung verschiedener Plätze oder die Änderung der Verkehrsführung an mehreren Stellen in der Altstadt geknüpft. „Attraktive und für alle Menschen nutzbare Flächen sind essenziell, damit wir unseren hohen Standard als Wohn-, Lebens- und Wirtschaftsstandort behalten und ausbauen. Dabei möchten wir die Belange der Anwohnerinnen und Anwohner berücksichtigen, gleichzeitig benötigen wir aber mehr Handlungsoptionen im öffentlichen Raum – durch die Umstellung der Parkraumbewirtschaftung können wir beides unter einen Hut bringen“, betont Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich.

„Gerade in der jetzigen Situation müssen wir strategisch denken und handeln, um die Geschäfte in der Innenstadt zu unterstützen. Unmittelbar hilft die Umstellung denjenigen Besuchern oder Kunden der Innenstadt, die nur maximal vier Stunden einen Stellplatz benötigen. Diese finden nun leichter einen Stellplatz. Mittel- und langfristig ist es jedoch von wesentlich größerer Bedeutung, dass alle Kunden und Besucher der Altstadt durch den Gewinn an öffentlichem Raum mehr Freude an Einkauf, Gastronomie oder einfach an der Stadt an sich haben“, sagt Ulrich.

Mancherorts werden Parkplätze neu verteilt

In einigen Bereichen, so die Bauverwaltung, wird es eine Neuaufteilung der Parkplatzzuordnung geben. Dabei werden reine Bewohnerparkplätze vornehmlich in Wohnstraßen konzentriert, Mischparkplätze verstärkt an Plätzen, größeren Kreuzungsbereichen und Geschäftsstraßen.

Wann in welchem Gebiet die Parkregeln geändert werden, wird auf der Webseite des Verkehrsplanungsamts veröffentlicht. Die Haushalte des jeweiligen Bewohnerparkgebiets werden zusätzlich per Postwurfsendung über die Umstellung informiert.

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