Aktion von Klima-Aktivisten

Nürnberger Augustinerhof wird kurzfristig zum António-Guterres-Platz

Clara Grau
Clara Grau

Lokalredaktion Nürnberg

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13.11.2022, 15:38 Uhr
„Extinction Rebellion Nürnberg“ hat am Sonntag den Augustinerhof in Nürnberg zum António-Guterres-Platz umbenannt und Plakate mit den Zitaten des UN-Generalsekretärs aufgehängt.

© Clara Grau, NNZ „Extinction Rebellion Nürnberg“ hat am Sonntag den Augustinerhof in Nürnberg zum António-Guterres-Platz umbenannt und Plakate mit den Zitaten des UN-Generalsekretärs aufgehängt.

"Die Hälfte der Menschheit lebt in einer Gefahrenzone", "Die Welt muss die Emissionen bis 2030 um 45 % senken" und, ganz aktuell, "Wir befinden uns auf der Autobahn in die Klimahölle": Plakate mit Zitaten des UN-Generalsekretärs hängen in englischer Sprache an den Fenstern des Zukunftsmuseums, ein halbes Dutzend Aktivistinnen und Aktivisten hängen ein Schild mit der Aufschrift "António-Guterres-Platz" zwischen Fahnenmasten vor dem Museum am Augustinerhof. Touristen und Spaziergänger verfolgen das Geschehen.

"Es gibt wenige Menschen in hohen Ämtern, welche für die Dramatik des Artensterbens und der Klimakrise angemessene Worte finden", begründet ein Sprecher der Gruppe die Umbenennung Augustinerhofs, dem Platz vor dem Zukunftsmuseum, in António-Guterres-Platz. Bei der gerade stattfindenden Weltklimakonferenz (COP 27) aber auch schon bei früheren Konferenzen hätte der UN-Generalsekretär eindringliche Worte gefunden.

„Extinction Rebellion Nürnberg“ hat am Zukunftsmuseum Plakate mit den Zitaten von António Guterres aufgehängt.

„Extinction Rebellion Nürnberg“ hat am Zukunftsmuseum Plakate mit den Zitaten von António Guterres aufgehängt. © Clara Grau, NNZ

Mit ihrer Aktion fordert Extinction Rebellion die Verantwortlichen in Deutschland zu mehr Anstrengungen in Sachen Klimaschutz auf: "Die Bundesregierung, aber auch die Lokalregierungen müssen der Bevölkerung offen, unmissverständlich und mit klaren Worten sagen, wie es um die Zukunft der menschlichen Zivilisation aussieht und wie dramatisch unsere Lage jetzt schon ist. Wir fordern die Bundesregierung auf, die ungehübschte Wahrheit über das Artensterben, die Klimakrise und deren Folgen für uns alle nach aktuellem wissenschaftlichen Konsens ehrlich zu kommunizieren", so Florian Henig von Extinction Rebellion.

Die Nürnberger Ortsgruppe von Extinction Rebellion hat sich außerdem in einem offenen Brief an das Museum gewandt, es möge doch seine Zukunftsorientierung ernst nehmen. Es soll sich die Sorgen der Klimagerechtigkeitsbewegung und des UN-Generalsekretärs zu eigen machen und dessen Zitate mindestens bis zum Ende der UN-Klimakonferenz an der Außenfassade belassen, so die Gruppe.

Außerdem fordern die Nürnberger Aktivistinnen und Aktivisten das Zukunftsmuseum auf, das António-Guterres-Platz-Transparent nicht zu entfernen. "Wenn wir die Klimakrise jetzt nicht schnell und entschlossen bekämpfen, braucht es kein Zukunftsmuseum mehr, weil es für die nächsten Generationen auf unserem Planeten keine Zukunft, zumindest keine lebenswerte Zukunft, mehr gibt", sagte Wolfgang Ziegler von Extinction Rebellion bei der Aktion in Nürnberg.

Die UN-Klimakonferenz COP 27 findet seit 6. November und noch bis zum 18. November im ägyptischen Sharm El-Sheik statt. Sie ist die 27. Tagung dieser Art und sollte eigentlich bereits 2021 stattfinden. Sie wurde wegen der Corona-Pandemie verschoben.

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