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Nürnberger Bildungscampus bekommt neue Leitung

Ziel sei es, technische und methodische Innovationen voranzutreiben - 20.01.2021 14:14 Uhr

Neuer Chef im Bildungscampus Nürnberg: Arne Zielinski.

19.01.2021 © Petra Guggenberger/BCN


Das gilt nicht nur, weil das Bildungszentrum eines der größten im Land ist – und in diesem Jahr auf seinen 100. Geburtstag zusteuert. Sondern weil zu dem Verbund auch die Stadtbibliothek und das Planetarium gehören, also zwei weitere Schwergewichte in der kulturellen Infrastruktur. Die derzeit allerdings, zumindest für die Bürger, weitgehend lahmgelegt ist. Gerade das auf immer engere Kooperation angelegte Dreiergespann habe ihn besonders gereizt, sich zu bewerben, sagt der gebürtige Frankfurter, dem von daher auch vertraut ist, wie Nürnberg als einstige Reichsstadt geprägt ist.


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"Mit dem Bildungscampus ist Nürnberg weiter als andere Städte, das wird von außen stärker wahrgenommen als hier", fügt er als Neu-Nürnberger noch hinzu – Sympathiepunkte bei der Kulturbürgermeisterin Julia Lehner sind ihm damit sicher. Große Überraschungskonzepte zaubert der Historiker, der in Marburg und Göttingen studiert und rasch im Volkshochschulbereich Fuß fasste, indes nicht aus dem Hut. Eher behutsam werde es zum einen darum gehen, die dezentralen Angebote auszubauen – ohne den "Anker" im Zentrum zu vernachlässigen.

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Hoffnung auf neue Teilnehmer

Schließlich "gibt es urbanes Leben nicht nur im Altstadtring". Zudem sollen so auch verstärkt Bürgerinnen und Bürger angesprochen werden, die bisher kaum oder schwer als Teilnehmer zu gewinnen waren, etwa über Integrationskurse. Mit der Digitalisierung geht das Hand in Hand. Ist es doch für vermutlich gar nicht so wenige Interessenten bequemer, zuhause am Bildschirm Vorträge zu verfolgen oder in Seminaren zu lernen. "Das spart auch Zeit. Und manch Älterer zieht es ja auch vor, abends nicht mehr unterwegs zu sein."


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Zu den ermutigenden Erfahrungen aus Esslingen gehöre dabei, so Zielinski, dass viele Dozenten (und auch Teilnehmer) mit Technik und Didaktik der Vermittlung über elektronische Kanäle besser vertraut waren als angenommen. Das Bildungszentrum werde technische und methodische Innovationen jedenfalls weiter vorantreiben und neue Formate entwickeln. Die Grenzen sind Zielinski aber nur allzu bewusst: "Bei uns prallen immer auch Meinungen und Orientierungen aufeinander, da knistert es schon mal. "Volkshochschulen sind Lernorte der Demokratie." Die persönliche Begegnung und "analoge" Anwesenheit ist da unverzichtbar.

Zentrum für Naturwissenschaften

Als wichtiger Mitstreiter steht ihm nun Klaus Herzig zur Seite. In elf Jahren an der Spitze des Nürnberger Planetariums hatte er die Einrichtung am Plärrer – über das an Erd- und Himmelskunde interessierte Publikum hinaus – zu einem Zentrum der Beschäftigung mit den Naturwissenschaften gemacht. Und daneben noch den Austausch mit der Kultur gefördert. So schien er prädestiniert für die neue Aufgabe: Als "MINT-Koordinator" soll er die Angebote rund um Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik in der Erwachsenenbildung wie in der Bibliothek weiter ausbauen – am besten im engen Schulterschluss.

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Das sei nicht nur ein gesellschaftliches Erfordernis, meint er. Gerade in Nürnberg bieten sich dafür aktuell und künftig attraktive Kooperationsmöglichkeiten, beispielsweise mit dem Zukunftsmuseum und dann mit der neuen Technischen Universität. Nicht zuletzt, um die richtige Balance zu finden, zwischen einer Technikgläubigkeit einerseits und Skepsis, ja Technikfeindlichkeit andererseits.

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