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Nürnberger Dieb raubte Schmuck und Bargeld von Senioren

Die Beute verzockte er in Spielhallen – Gericht verurteilte den 23-Jährigen - 21.07.2018 16:44 Uhr

Sein ältestes Opfer war 103 Jahre alt. Boris C. (Name geändert) machte der Frau aus Finkenbrunn im März 2017 weis, er sei ein Mitarbeiter des nahe gelegenen Supermarkts und würde Besorgungen für sie erledigen. Während die Seniorin einen Stift holte, damit der junge Mann die Einkaufsliste notieren konnte, filzte der 23-Jährige Schränke und die Handtasche der Nürnbergerin – und wurde fündig: Er klaute ihr 235 Euro aus einem Geldbeutel, einen Briefumschlag mit 800 Euro Bargeld und einen 50-Euro-Schein aus einer Kommode. Einige Wochen später tauchte Boris C. erneut bei der alten Dame auf und bedrängte sie an der Wohnungstüre. Eine Nachbarin wurde wegen der lautstarken Auseinandersetzung aufmerksam und vertrieb den Täter.

Im April 2017 wurde dann ein 81-Jähriger aus der Siemensstraße gleich dreimal Opfer des dreisten Trickdiebs: Er stellte sich dem gebrechlichen Rentner mal als hilfsbereiter Nachbar, mal als Polizist und mal als Mitglied der Zeugen Jehovas vor. Einmal entwendete er aus dem Küchenbuffet des Mannes 400 Euro Bargeld. Beim zweiten Aufeinandertreffen behauptete der Mann, er sei von der Kripo und zeigte einen gefälschten Polizeiausweis vor. Er überredete den 81-Jährigen, ihm seine EC-Karte und die PIN-Nummer zu überlassen. Damit hob er 2000 Euro an einem Automaten in der Luitpoldstraße ab.

Drittes Opfer war 93-Jährige

Einige Tage später klingelte C. an der Wohnungstüre des Rentners und drängte sich in dessen Wohnung. Dort kam es dann zu einer Rangelei zwischen dem 23-Jährigen und dem gehbehinderten Geschädigten. Als der alte Mann stürzte und hilflos am Boden liegen blieb, schnappte sich der Dieb die Geldbörse des Mannes, in der 150 Euro, eine EC-Karte und eine Versicherungskarte steckten.

Das dritte Opfer des jungen Trickdiebs war eine 93-jährige Frau aus Gibitzenhof. Boris C. gaukelte der Rentnerin vor, er sei ein Nachbar und müsse Rohre in ihrer Wohnung überprüfen. In einem unbemerkten Augenblick steckte der 23-Jährige dann das Portemonnaie der Seniorin mit rund 400 Euro Bargeld ein.

Schließlich gab der Serbe sich einer 73-Jährigen gegenüber als DHL-Mitarbeiter aus. Irgendwo hatte er den Namen der Tochter der Rentnerin aufgeschnappt und behauptete nun, mit der Frau bekannt zu sein. Er bot an, kleine Reparaturen im Haushalt zu erledigen. Die Rentnerin wollte ihm als Gegenleistung einige Kleidungsstücke ihres Mannes heraussuchen. Während sie im Kleiderschrank kramte, entwendete Boris C. 470 Euro Bargeld und eine Schmuckschatulle, in der sich unter anderem eine Goldkette im Wert von rund 1000 Euro befand.

Bereits am ersten Prozesstag Ende Juni legte der mehrfach vorbestrafte Angeklagte ein Geständnis ab. Dadurch konnte man den Geschädigten einen Auftritt im Zeugenstand ersparen. Die Beute habe er in Spielhallen verzockt, sagte der 23-Jährige. Die 16. Strafkammer verurteilte ihn wegen Diebstahls, versuchten Raubes, Betrugs mit Amtsanmaßung und schweren Raubes zu fünf Jahren Gefängnis.

Clara Grau

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