Saisonstart

Nürnberger Erfahrungsfeld hat geöffnet: Das muss man beachten

RESSORT: Lokales / Sonstiges..DATUM: 14.09.16..FOTO: Michael Matejka  MOTIV: Mitarbeiterporträt / Mitarbeiterportrait Claudia Beyer ANZAHL: 1 von 1..Veröffentlichung nur nach vorheriger Vereinbarung
Claudia Beyer

NN Lokales

E-Mail zur Autorenseite

13.6.2021, 19:01 Uhr
Neu auf dem Erfahrungsfeld: die Rolli-Schaukel. Der achtjährige Elias sitzt zum ersten Mal im Rollstuhl, Susanne Schuh vom Erfahrungsfeld schubst ihn an.

Neu auf dem Erfahrungsfeld: die Rolli-Schaukel. Der achtjährige Elias sitzt zum ersten Mal im Rollstuhl, Susanne Schuh vom Erfahrungsfeld schubst ihn an. © Eduard Weigert, NNZ

Nur die kleine Fähre, die sonst das 25 Meter entfernte Pegnitzufer verbindet, steht still, weil ein Blässhuhn brütet. Alles andere ist im Fluss.

Das Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne macht seinen Namen nach einem Jahr Zwangspause endlich wieder alle Ehre. Darüber freut sich zum Beispiel der achtjährige Elias, der die neue Rolli-Schaukel ausprobiert.

Station Metallklang: der fünf Jahre alte Levin mit seinem Onkel in Aktion.

Station Metallklang: der fünf Jahre alte Levin mit seinem Onkel in Aktion. © Eduard Weigert, NNZ

Die Besucher haben zwei Rollstühle für die überdimensionale Schaukel zur Wahl, Elias nimmt den kleineren – für Kinder. Handbremse anziehen, Sicherheitsbügel runter. "Ist der Schwung gut?", fragt Susanne Schuh vom Erfahrungsfeld, die ihn anschubst. "Es ist schon ein anderes Gefühl, im Rollstuhl zu sitzen", sagt der Junge. "Schon bequem." Er sei jedoch froh, dass er laufen könne.

Ganz klar, hier wird nicht nur geschaukelt. Die Station soll Gespräche und Erfahrungen ermöglichen. Es wird überlegt, dass neben einem Mitarbeiter künftig auch ein Betroffener die Station betreut, verrät Erfahrungsfeld-Leiter Claus Haupt.

Wasser zum Klingen bringen

Die Saison steht unter dem Motto "Analog und draußen". Eine Reaktion auf die Digitalisierung, so Haupt, die durch Corona noch einen Schub bekommen habe, "doch am PC entwickelt sich unsere Wahrnehmungsfähigkeit nicht".


Erfahrungsfeld der Sinne öffnet heuer später


Und so sind auf dem Erfahrungsfeld nun wieder Spürnasen aktiv, Wasser darf an der Wassersäule zum Klingen gebracht werden, Töne werden im Zelt der optischen Phänomene sichtbar. Die eigenen Sinne wahrzunehmen, ist hier Programm. Wenn auch heuer in reduzierter Form. Rund 40 Stationen füllen den Stammplatz Wöhrder Wiese. Dabei warten sechs neue Angebote auf große und kleine Kundschaft. Neben der Rolli-Schaukel gehören Fußspiele, virtuelles Wasser, unser Wasserverbrauch, Stelzen-Parcours sowie Plastik und Meer dazu.

Diesen Sommer ist auf dem Erfahrungsfeld vieles anders. Weniger Stationen, das gewohnte Rahmenprogramm mit Aktionstagen, Dunkel-Erfahrungen, Werkstätten und Theater entfällt.

Feste Zeitfenster

Ein spontaner Besuch ist kaum möglich. Während der Woche finden ausschließlich Gruppenführungen für Grundschüler statt, in der Ferienzeit und am Wochenende haben einzelne Besucher die Möglichkeit, den Sinnesparcours zu entdecken. Im Vorfeld müssen jedoch feste Zeitfenster gebucht werden: am Samstag von 14 bis 17 Uhr und am Sonntag von 10 bis 13 Uhr sowie 14 bis 17 Uhr – mit maximal 200 Personen.

Das spürt man. Kein Gedränge, es herrscht reges Treiben bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen 20 Grad. Die knapp 200 Besucher verteilen sich auf dem 5000 Quadratmeter großen Gelände.

Wer an diesem Sonntagvormittag spontan vorbeikommt und nach Karten fragt, hat noch Glück. Die Nachmittagsschicht ist bereits komplett ausgebucht. "Normalerweise wären heute rund 1000 Besucher hier", sagt der Erfahrungsfeld-Leiter. Nun sind es überschaubare 400 Gäste. Mit Blick auf die wirtschaftliche Lage sei das mehr als eine Herausforderung. "Aber wir sind heilfroh, dass wir öffnen können – und hoffen 2022 auf eine normale Saison."

Bitte Maske mitnehmen

Zur Entfaltung der Sinne gehören auch Nase und Mund, die Maske muss man nicht tragen, jedoch sollte man sie dabei haben. In dem einzigen Zelt auf dem Gelände, wo man optische Phänomene erleben kann, herrscht Maskenpflicht und eine Personenbegrenzung. Auch kann es bei manchen Stationen eng werden, wie zum Beispiel auf der Balancierscheibe oder beim Wasserwegbauen. Auch auf der Seilbrücke herrscht Mindestabstand, Gegenverkehr darf keiner stattfinden. Es funktioniert. Die Leute warten und sind entspannt. Das Blässhuhn kann beruhigt brüten.

Info: Der Eintrittspreis wurde auf 4 Euro (ermäßigt 2 Euro) reduziert. Tickets kann man online hier buchen. Auch gibt es Karten bei der Kulturinformation, Königstraße 93.

Keine Kommentare