Nürnberger Flughafen hat Luft nach oben

8.5.2013, 21:45 Uhr
Hamburger Berater haben einen Plan ausgeklügelt, der den Nürnberger Flughafen wieder in die schwarzen Zahlen bringen soll.

Hamburger Berater haben einen Plan ausgeklügelt, der den Nürnberger Flughafen wieder in die schwarzen Zahlen bringen soll. © Stefan Hofer

Eine Hamburger Studie bescheinigt dem Airport, der im vergangenen Jahr 2,5 Millionen Euro Verlust verbucht hat, einen attraktiven Standort, touristisches Potential und eine langfristige Perspektive. „Ja, der Flughafen hat Zukunft“, sagte Finanzminister Markus Söder (CSU).

Das Gutachten besteht nach Informationen der Nürnberger Nachrichten aus 18 konkreten Empfehlungen. Der Hamburger Studie zufolge benötigt der Airport mehr attraktive Ziele, ein breiteres Portfolio an Fluggesellschaften, einen Umbau des Terminalgebäudes und eine verbesserte Verkehrsanbindung.  „Den Aschaffenburgern sei’s verziehen, dass sie nach Frankfurt fahren. Aber alle anderen in Nordbayern: Die müssen zu uns kommen“, sagte Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly.

Konkret schlägt die Beratergruppe unter anderem 32 „neue wirtschaftlich erfolgversprechende Flugziele“ vor – mit den Schwerpunkten iberische Halbinsel, Südosteuropa und Großbritannien.

Mit dieser Erweiterung könne die in den letzten Jahren stark rückläufige Zahl an Passagieren um über eine Million auf dann wieder rund vier Millionen Fluggäste gesteigert werden, glauben die Experten.

Wie es zu den neuen Strecken kommen soll, erläutert die Studie nicht. „Wir werden noch stärker Klinkenputzen als bisher“, sagte OB Maly. Sechs der 32 vorgeschlagenen neuen Strecken seien bereits in trockenen Tüchern; an weiteren 13 werde intensiv gearbeitet. Söder geht von einem „mehrjährigen Prozess“ aus. Deshalb müsse schnell mit der Umsetzung begonnen werden.

Albrecht-Dürer-Flughafen?

Ein weiterer Vorschlag der Hamburger Berater ist die Umbenennung des Flughafens. Der Name "Albrecht Dürer Airport Nürnberg" würde, so Söder, die "Identifikation mit der Region verbessern".

Zusätzliche Konferenzräume in einer Größenordnung von bis zu 1000 Teilnehmern sollen dem Flughafen mehr Einnahmen am Boden bringen. Außerdem wird ein Mini-Einkaufszentrum vorgeschlagen, und die Bündelung der Reisebüros auf einem Fleck. 

Über die Umsetzug der Vorschläge müssen die Gremien von Stadt und Land, weil sie Gesellschafter des Airports sind, beraten. Ende Juni soll das Gutachten offiziell präsentiert werden - dann sollen bereits die ersten Umsetzungsmaßnahmen im Gange sein.

Hier gibt es einen NZ-Kommentar zum Thema.

Dieser Artikel wurde um 21.45 zuletzt aktualisiert.

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