Sonntag, 09.05.2021

|

zum Thema

Nürnberger Pfarrer: Wir wollen homosexuelle Paare segnen

Priester kritisieren Verbot des Vatikans als "grausam und herzlos" - 22.03.2021 08:53 Uhr

In der evangelischen Kirche werden homosexuelle Paar schon seit Jahren getraut. 

21.03.2021 © Wolfram Kastl, NN


Pater Ansgar Wiedenhaus will seinen Unmut gar nicht verbergen und er findet deutliche Worte dafür: "Es ist einfach so eine Grausamkeit, so eine Herzlosigkeit, zwei Menschen, die sich lieben, zu sagen, dass das Sünde sei", sagt der Jesuitenpater von der Offenen Kirche St. Klara. Menschen, die sich zueinander bekennen wollen, diese Segnung zu gewähren, das sei keine Frage der Barmherzigkeit. "Das ist eine Frage des Rechts." Inoffiziell, auch das sagt Wiedenhaus, finden solche Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare auch in Nürnberg längst statt. "Viele von uns haben das schon gemacht", auch er selbst habe eine solche Zeremonie schon vollzogen.

Bilderstrecke zum Thema

Elf Fränkinnen und Franken erzählen die Geschichte ihres Coming-outs

Wie reagieren Eltern, Großeltern und Freunde, wenn man ihnen mitteilt, dass man schwul oder lesbisch ist? Elf Fränkinnen und Franken haben es uns erzählt.


Doch etliche Paare wünschen sich ein öffentliches Bekenntnis zu ihrer Liebe, und das, findet Wiedenhaus, dürfe man nicht ignorieren. "Immer, wenn in unserem Leben etwas Wichtiges passiert, hätten wir gerne eine Begleitung." Und für religiöse Menschen sei das eben die Begleitung durch die Kirche. Gemeinsam mit Stadtdekan Andreas Lurz hat der Pater deshalb eine Stellungnahme initiiert, die insgesamt 15 Priester unterzeichnet haben. Darin widersprechen sie "aus tiefster Überzeugung" der Aussage der Glaubenskongregation, dass homosexuelle Partnerschaften nicht gesegnet werden können. Auch der Papst hatte der Veröffentlichung zugestimmt.

"Theologisch unhaltbar"

Die Behauptung, dass diese Partnerschaften grundsätzlich sündhaft seien, sei theologisch unhaltbar. "Sie widerspricht unserem Auftrag als Seelsorger, Menschen an den wichtigen Stationen ihres Lebens zu begleiten und ihnen Gottes Segen zuzusprechen. Wir sind überzeugt, dass unser seelsorgerlicher Dienst uns gebietet, die Liebe zwischen Menschen zu segnen und diesen Segen auch innerhalb der Kirche zu feiern."


CSD Während Corona: Nürnberg hisst die Regenbogenfahne


Wiedenhaus ärgert sich zudem über das kategorische Nein aus Rom zu diesem Thema. Die lebhaften Reaktionen verschiedener Theologen zeigten, dass man die Diskussion damit nicht einfach beenden könne. Der Schuss sei offenbar nach hinten los gegangen und habe die Debatte erst recht befeuert.

Für einen offenen Umgang

Stadtdekan Lurz hatte eine solche Antwort aus Rom zwar erwartet, doch ärgert er sich über die theologische Begründung. "Dass da mit Sündhaftigkeit argumentiert wird, kann ich so nicht unwidersprochen stehen lassen." Menschen, die um einen solchen Segen bitten, liege sehr viel daran. Lurz wünscht sich deshalb "einen guten offenen Umgang" mit dem Thema.

Bilderstrecke zum Thema

Beeindruckende Bilder: So läuft die Sanierung der Lorenzkirche ab

Drei Jahre sollen die Arbeiten an der Lorenzkirche in der Nürnberger Innenstadt andauern. Allein die Planung des besonderen Gerüsts nahm bereits ein Jahr in Anspruch.


Er spüre auch in Nürnberg "Unzufriedenheit und Hilflosigkeit, weil gute Lösungen auf sich warten lassen". Ein Wandel sei nötig, die kirchliche Lehre müsse sich verändern, "gut" und "schlecht" seien nicht die passenden Kategorien. "Das Menschsein ist bunt und vielfältig, das sollten wir als Geschenk Gottes akzeptieren."


Verpassen Sie keine Nachricht mehr! In unserem täglichen Newsletter "Mittags um 12 - Zeit für die Region" erfahren Sie alles Wichtige über unsere Region. Hier kostenlos bestellen. Montags bis freitags um 12 Uhr in Ihrem Mailpostfach.

Vielen Dank! Wir freuen uns, dass Sie sich für unseren Newsletter interessieren.

Jetzt fehlt nur noch ein kleiner Schritt: Aus Sicherheitsgründen bitten wir Sie, Ihre Anmeldung zum Newsletter zu bestätigen. So gehen wir sicher, dass Sie sich selbst angemeldet haben und schließen einen Missbrauch durch Dritte aus.

In Ihrem E-Mail-Postfach finden Sie eine E-Mail (an: ) von uns mit einem Link, den Sie am besten sofort mit einem Klick bestätigen. Bitte sehen Sie in Ihrem Spam-Ordner nach, falls Sie in Ihrem Posteingang keine Bestätigungsmail finden. Sollten Sie gar nichts von uns erhalten, melden Sie sich bitte am besten kurz per E-Mail bei uns: newsletter@nordbayern.de

Offenbar wurde der Newsletter bereits für diese Mailadresse bestellt. Falls Sie keine Bestätigungsmail erhalten haben, wenden Sie sich bitte an newsletter@nordbayern.de

Sie haben den Newsletter bereits erfolgreich für diese Mailadresse abonniert. Falls Sie diesen nicht erhalten sollten, wenden Sie sich bitte an newsletter@nordbayern.de.


14

14 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Nürnberg, Nürnberg